06 February 2026, 22:05

Gil Ofarim bricht sein Schweigen: Geständnis und neue Debatte um Antisemitismus-Vorwürfe

David Letterman im Anzug und Krawatte vor einem Publikum stehend, beleuchtet von Scheinwerfern und umgeben von einer Wand, wahrscheinlich bei der Premiere seines bevorstehenden Films.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim bricht sein Schweigen: Geständnis und neue Debatte um Antisemitismus-Vorwürfe

Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels antisemitische Äußerungen vor und behauptete, sein Davidstern-Halskettchen sei versteckt worden. Der Fall löste zunächst öffentliche Empörung aus. Später widersprach jedoch Überwachungsvideoaufnahmen seiner Schilderung, was zu einem langwierigen Rechtsstreit führte.

Nun hat sich Ofarim in einem Fernsehauftritt erstmals wieder öffentlich zum Skandal geäußert und damit die Debatte über den Vorfall und seine Folgen neu entfacht.

Der Streit begann, als Ofarim, Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim, im Oktober 2021 in einem Leipziger Hotel eincheckte. Später veröffentlichte er ein Video in den sozialen Medien, in dem er einem Angestellten vorwarf, antisemitische Bemerkungen gemacht und sein Davidstern-Kettchen versteckt zu haben. Die Anschuldigung verbreitete sich rasant und löste breite Verurteilung des angeblichen Vorfalls aus.

Die Hotelüberwachungskameras zeigten jedoch keine Spur des Halskettchens während des Vorfalls. Ofarim beharrte zunächst darauf, das Video sei manipuliert und wichtige Sekunden fehlten. Zudem behauptete er, eine Zeugin habe ihn mit dem Schmuckstück gesehen. Doch im November 2023 gestand er vor Gericht, die Geschichte erfunden zu haben.

Das Verfahren wurde schließlich eingestellt, nachdem Ofarim sich bereit erklärte, 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen. Die Summe wurde zwischen der jüdischen Gemeinde Leipzigs und der Stiftung aufgeteilt, die die Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, bezeichnete die Situation später in einer Instagram-Stellungnahme als "kaum zu überbietende Heuchelei".

Ofarim hatte seine Schweigepflicht zuvor mit einer vertraglichen Geheimhaltungsvereinbarung begründet. Doch der Anwalt des Hotelmitarbeiters klärte auf, dass es eine solche nie gegeben habe – lediglich eine Unterlassungserklärung, die Ofarim daran hinderte, seine Vorwürfe zu wiederholen. Kürzlich brach er sein langes Schweigen in der Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und sprach während einer Lagerfeuerrunde über den Skandal.

Der Vorfall wurde inzwischen mit einem weiteren prominenten Fall aus demselben Monat verglichen: Die Jüdin Ina Menzel hatte fälschlich behauptet, ein arabischer Mann habe ihr in Leipzig den Davidstern vom Hals gerissen. Überwachungsaufnahmen bewiesen später, dass sie sich die Verletzung selbst zugefügt hatte, woraufhin sie 2022 wegen falscher Anschuldigung verurteilt wurde. Bis 2026 galten beide Fälle weithin als Beispiele für erfundene Antisemitismusvorwürfe, die echte Berichte über Diskriminierung untergraben.

Der Rechtsstreit endete ohne formelles Urteil, doch Ofarims Geständnis und die Entschädigungszahlung schlossen den Fall ab. Seine jüngsten öffentlichen Äußerungen haben die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen des Vorfalls für die Debatte über Antisemitismus und falsche Anschuldigungen zurückgelenkt.

Die Affäre bleibt ein zentraler Bezugspunkt in Diskussionen darüber, wie erfundene Vorwürfe das öffentliche Bild von echter Diskriminierung verzerren können.