Gericht stoppt gefälschtes Jan-Böhmermann-Girokonto auf X – Plattform muss löschen
Charlotte SimonGericht stoppt gefälschtes Jan-Böhmermann-Girokonto auf X – Plattform muss löschen
Ein deutsches Gericht hat X angewiesen, ein gefälschtes Girokonto zu löschen, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmt. Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Plattform und untersagte die weitere Verbreitung des Profils. Die Klage folgt auf Vorwürfe, das Girokonto sei genutzt worden, um Hass zu verbreiten und rechtsextreme Nutzer gegen den TV-Moderator aufzustacheln.
Das Fake-Girokonto mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" imitierte Böhmermanns echtes Profilbild. Es veröffentlichte mehrfach täglich Beiträge, die angeblich darauf abzielten, Feindseligkeit gegen ihn zu schüren. Die Anwälte des Satirikers argumentieren, X profitiere von solcher Desinformation und gefälschten Inhalten.
Böhmermanns Rechtsvertreter planen nun, X auf finanzielle Transparenz zu verklagen. Sie fordern das Unternehmen auf, Einnahmen offenzulegen, die mit Fake-Accounts unter seinem Namen erzielt wurden. Die Kanzlei Rechtsanwaltskanzlei Jun hat jedoch keine Umsatzschätzungen oder konkrete Beweise für Gewinne aus der Identitätsvortäuschung vorgelegt.
Die Gerichtsentscheidung ermöglicht es X, gegen die Verfügung Widerspruch einzulegen. Dennoch geht der juristische Druck weiter: Böhmermanns Team stellt den Fall als Kampf gegen gewinnorientierte Falschinformationen dar.
Die einstweilige Verfügung verhindert vorerst, dass X das gefälschte Profil hostet. Die Anwälte des Satirikers drängen auf eine umfassendere Rechenschaftspflicht und zielen dabei auf die finanziellen Vorteile der Plattform durch Identitätsdiebstahl ab. Der Fall könnte ein Präzedenzfall dafür werden, wie soziale Medien mit Fake-Accounts und Desinformation umgehen.