26 February 2026, 16:10

Gericht stoppt Extremismus-Einstufung der AfD durch Verfassungsschutz

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einem großen Gebäude mit Fenstern, Säulen und Bögen, mit Fahrzeugen auf der Straße und einer Person mit einer Kamera auf der linken Seite, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen, Ampeln und Fahnen im Hintergrund.

Extremist? Was das Bundesamt für Verfassungsschutz darf - Gericht stoppt Extremismus-Einstufung der AfD durch Verfassungsschutz

Bundesamt für Verfassungsschutz darf AfD vorerst nicht als "gesicherte rechtsextreme Bestrebung" einstufen

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) darf die Alternative für Deutschland (AfD) vorläufig nicht mehr als "gesicherte rechtsextreme Bestrebung" klassifizieren. Das Verwaltungsgericht Köln erließ am Donnerstag eine einstweilige Verfügung, die der Behörde untersagt, die Partei mit diesem Etikett zu belegen oder öffentlich so zu bezeichnen. Die Entscheidung fällt nach Jahren andauernder Reisewarnungen zu den Aktivitäten der AfD.

Das BfV hatte die AfD erstmals 2025 als "gesicherte rechtsextremistische Organisation" eingestuft. Diese Einordnung ermöglichte es der Behörde, ihr vollständiges Instrumentarium zur Informationsbeschaffung einzusetzen, um die Partei zu überwachen. Die AfD focht die Entscheidung jedoch gerichtlich an – mit dem nun erreichten vorläufigen Stopp der Klassifizierung.

Das BfV fungiert als Frühwarnsystem: Es beobachtet extremistische Gruppen und mutmaßliche Terroristen, verfügt aber über keine polizeilichen Befugnisse. Seine Rolle gründet auf den Lehren aus der Weimarer Republik und zielt darauf ab, zu verhindern, dass extremistische Bewegungen demokratische Strukturen für ihre Zwecke ausnutzen. Die Behörde arbeitet mit einem abgestuften System – von vorläufigen Prüfungen bis hin zu bestätigten Extremismusfällen.

Für Organisationen, die als "gesichert extremistisch" gelten, hat dies oft schwerwiegende Folgen: Sie riskieren den Entzug staatlicher Mittel, Reputationsschäden und eine verstärkte Überwachung. Durch das aktuelle Urteil muss das BfV nun abwarten, bis das Hauptverfahren abgeschlossen ist, bevor es die Einstufung durchsetzen kann.

Die einstweilige Verfügung verbietet dem BfV vorerst, die AfD öffentlich als gesicherte extremistische Gruppe zu bezeichnen. Der Fall geht nun in die vollständige gerichtliche Prüfung, eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Bis dahin entgeht die Partei den unmittelbaren Konsequenzen der umstrittenen Einordnung.

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