Gericht stellt Verfahren gegen Ex-AfD-Politiker Gunnar Beck ein – Vorwürfe zerfallen in Luft
Noah MayerGericht stellt Verfahren gegen Ex-AfD-Politiker Gunnar Beck ein – Vorwürfe zerfallen in Luft
Ein Gericht in Neuss hat das Strafverfahren gegen Gunnar Beck, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments für die AfD, eingestellt. Das Verfahren, in dem es um schwere Vorwürfe wie Raub und Diebstahl ging, wurde wegen mangelnder Beweise offiziell eingestellt. Beck hatte sich Anklagepunkten gegenübergesehen, die eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren nach sich ziehen hätten können. Die Entscheidung des Gerichts folgt auf ein langwieriges juristisches Verfahren, das Jahre zurückreicht und 2023 wiederaufgenommen wurde. Ursprünglich umfasste die Anklage gegen Beck Vorwürfe wegen Raub, Diebstahl und Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft milderte die Anklage später auf Ladendiebstahl ab und konzentrierte sich dabei auf Kosmetikproben im Wert von ein bis 20 Euro. Zeugen konnten sich kaum an entscheidende Details erinnern oder gestohlene Waren identifizieren, und keine der bei Beck beschlagnahmten Gegenstände stimmte mit dem Lagerbestand des Geschäfts überein. Ein zentrales Beweisstück – ein Schal, der zunächst als gestohlen galt – stellte sich als legal von Beck Jahrzehnte zuvor in Großbritannien erworben heraus. Das Gericht wies schließlich alle schweren Vorwürfe zurück und verhängte lediglich einen geringfügigen Strafbefehl wegen angeblichen 'wörtlichen Widerstands' gegen Polizeibeamte. Beck bestreitet seit jeher jede Schuld und bezeichnet das Verfahren als politisch motiviert und auf Falschdarstellungen aufgebaut. Trotz des juristischen Drucks auf Beck und andere AfD-Politiker blieb die Wahlperformance der Partei von den Ermittlungen unberührt. Die Einstellung des Verfahrens bedeutet, dass Beck für die ursprünglichen Vorwürfe keine Haftstrafe antreten muss. Die richterliche Entscheidung stützte sich auf die fehlende Glaubwürdigkeit der Beweise und widersprüchliche Zeugenaussagen. Lediglich eine geringfügige Strafe wegen verbalen Widerstands bleibt bestehen – und setzt damit einen Schlusspunkt unter einen Rechtsstreit, der sich über mehrere Jahre hinzog.