22 December 2025, 16:03

Gemeinschaftsverband findet Kommunen schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet

Eine Luftaufnahme einer Stadt mit Gebäuden, Türmen, Kraftfahrzeugen, Werbetafeln, Schildern, Straßen, Bäumen, Straßenlaternen, Menschen, Verkehrsleitkegeln und Informationsanzeigen unter einem klaren Himmel.

Gemeinschaftsverband findet Kommunen schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet

Kommunalverband warnt: Städte und Gemeinden schlecht gegen Cyberangriffe gerüstet

Teaser: Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt (SPD), schlägt Alarm wegen digitaler Sicherheitslücken in den Kommunalverwaltungen.

22. Dezember 2025, 07:21 Uhr

Christoph Landscheidt, Bürgermeister von Kamp-Lintfort und Präsident des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen, warnt vor einer zunehmenden Bedrohung durch Cyberangriffe auf kommunale Einrichtungen. Die Lage bezeichnete er als ein „digitales Wettrüsten“, bei dem Angreifer in vielen Bereichen die Abwehrmaßnahmen überflügeln. Seine Warnung erfolgt nach einem schweren Cyberangriff, der am 6. November 2025 das gesamte IT-System der Stadt Ludwigshafen lahmlegte.

Landscheidt verwies auf 126 Stadt-, Kreis- und Gemeindeverwaltungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, die mittlerweile als Hochrisiko-Ziele eingestuft werden. Die Umstellung auf Remote-Arbeit habe die Verwaltungen zusätzlich verwundbar gemacht und Hackern neue Angriffspunkte geboten. Als weiteres Beispiel nannte er einen separaten Vorfall in Westfalen, der zeige, wie schutzlos lokale Behörden inzwischen seien.

Neben den digitalen Bedrohungen warnte er auch vor physischer Sabotage, etwa durch Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur. Die Kommunen kämen mit der Modernisierung ihrer Sicherheitsvorkehrungen kaum hinterher, um den immer ausgefeilteren Attacken zu begegnen. Der Vorfall in Ludwigshafen, der essenzielle Dienstleistungen zum Erliegen brachte, diene als drastische Mahnung, welchen Schaden solche Angriffe anrichten können. Die Verantwortlichen stünden nun unter Druck, die Schutzmaßnahmen zu verstärken, bevor es zu weiteren Sicherheitslücken komme. Landscheidt betonte, dass ohne schnelles Handeln weitere Kommunalverwaltungen ähnliche Ausfälle erleiden könnten.

Der Cyberangriff auf Ludwigshafen hat die Anfälligkeit kommunaler IT-Systeme in der gesamten Region offenbart. Angesichts von 126 als hochriskant eingestuften Verwaltungen müssen die Behörden nun sowohl digitale als auch physische Sicherheitsdefizite beheben. Landscheidts Warnungen deuten darauf hin, dass ohne rasche Verbesserungen weitere Vorfälle unvermeidbar sind.