Gefälschte Bahn-Plakate für kostenlosen ÖPNV sorgen für Verkehrspolitik-Debatte in Deutschland
Felix SchneiderGefälschte Bahn-Plakate für kostenlosen ÖPNV sorgen für Verkehrspolitik-Debatte in Deutschland
An über 20 deutschen Bahnhöfen sind gefälschte Plakate aufgetaucht, die kostenlosen ÖPNV bewerben. Die Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv hat sich zu der Aktion bekannt, die offizielle Werbung der Deutschen Bahn imitiert. Die Plakate werben mit "Null-Euro-Tickets" für Fahrten im gesamten Bundesgebiet und haben eine Debatte über die Verkehrspolitik ausgelöst.
Das Widerstands-Kollektiv formierte sich im Februar 2025, nachdem sich die Klimagruppe Letzte Generation in zwei Flügel gespalten hatte. Die neue Organisation, bekannt für zivilen Ungehorsam, hatte zuvor bereits Tesla-Fahrzeuge und Unternehmensgebäude bei Protesten ins Visier genommen. Mit der aktuellen Aktion will sie eine Neuausrichtung der Verkehrsförderung in Deutschland vorantreiben.
Die Gruppe gestaltete die Plakate so, dass sie echten Angeboten der Deutschen Bahn ähneln. Zudem schaltete sie eine Website unter bahn-kostenlos.info, die dem offiziellen Auftritt der Bahn nachempfunden ist. Die Kampagne fordert, Subventionen für Dienstwagenprivilegien umzulenken, um so einen fahrscheinfreien ÖPNV zu ermöglichen.
Die Deutsche Bahn stuft die Plakate als Fälschungen ein und prüft rechtliche Schritte. Das Werbeunternehmen Ströer bestätigte, dass es sich um unautorisierte Plakate handelt, und sprach von "Adbusting". Bereits 2019 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass solche Aktionen strafbar sein können, wenn sie Diebstahl oder Sachbeschädigung beinhalten.
Das Widerstands-Kollektiv bestreitet, gegen Gesetze verstoßen zu haben. Die Aktivisten geben an, die Vitrinen der Plakatständer ohne Beschädigung geöffnet und die vorhandenen Plakate ausgetauscht zu haben. Ihr Ziel sei es, eine breite Diskussion über die Verkehrswende in Deutschland zu erzwingen.
Die Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die Debatte um die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Während die Deutsche Bahn juristische Optionen prüft, betonen die Aktivisten, ihre Methoden seien nicht zerstörerisch gewesen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie spektakulärer Proteste der Gruppe ein, die sich Anfang dieses Jahres gegründet hat.






