06 March 2026, 14:01

GDL-Streik legt Bahnverkehr lahm: Warum Lokführer jetzt 35 Stunden kämpfen

Eine Gruppe von Menschen, die um und in einem Zug auf Schienen stehen, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einem Text unten, der 'Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland' lautet.

GDL-Streik legt Bahnverkehr lahm: Warum Lokführer jetzt 35 Stunden kämpfen

Deutschland steht vor erneuten massiven Zugausfällen: Lokführergewerkschaft GDL startet 35-stündigen Streik

Zum fünften Mal legt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) den Bahnverkehr lahm – diesmal mit einer 35-stündigen Arbeitsniederlegung und ohne die üblichen 48 Stunden Vorlaufzeit. Die Streiks folgen einem neuen Muster: spontane "Wellen" von Ausständen, die sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr treffen. Lokführer wie Jörg aus Köln unterstützen die Aktion und verweisen auf extreme Arbeitsbelastung und mangelndes Verständnis der Öffentlichkeit für ihre Forderungen.

Die GDL pocht vor allem auf eine 35-Stunden-Woche ohne Lohnkürzungen. Offiziell liegt die Arbeitszeit der Lokomotivführer bei 39 Stunden – doch durch Personalmangel verlängern sich die Schichten oft auf bis zu 55 Stunden. Jörg, der in Köln fährt, bezeichnet die Bedingungen als "nicht mehr tragbar". Dennoch sieht er sich mit Vorwürfen konfrontiert: Viele Pendler unterstellen ihm und seinen Kollegen schlicht Arbeitsverweigerung.

Im März hatte die Deutsche Bahn zwar eine Einigung mit der GDL erzielt, die eine schrittweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Triebfahrzeugführer vorsieht. Doch der Plan greift später als bei der Konkurrenz: Während die Länderbahn bereits ab Januar 2025 auf 37,5 Stunden und bis 2028 auf 35 Stunden reduziert, will die DB erst bis 2028 in zwei Stufen auf 36 Stunden kommen. Unklar bleibt jedoch, wie die konkrete Umsetzung aussehen soll.

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Vergleiche mit anderen europäischen Bahnen sind schwierig. In der Schweiz etwa gibt es höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienste – bis zu 16 Schweizer Franken extra pro Stunde an Sonntagen –, doch feste wöchentliche Höchstarbeitszeiten sind nicht definiert. Die GDL besteht darauf, dass deutsche Lokführer strengere Schutzregelungen und fairere Arbeitszeiten brauchen, die den Anforderungen des Jobs gerecht werden.

Der aktuelle Streik wird den Reise- und Güterverkehr bundesweit massiv beeinträchtigen. Da keine Lösung in Sicht ist, müssen Reisende mit weiteren spontanen Ausfällen rechnen. Nun gilt es für die Deutsche Bahn und die GDL zu klären, wie die vereinbarte Arbeitszeitreduzierung in der Praxis funktionieren soll – und ob sie die tägliche Belastung für Lokführer wie Jörg tatsächlich verringert.

Quelle