Franken-Fasching 2025: Politiker glänzen mit Kostümen und politischen Botschaften
Noah MayerFranken-Fasching 2025: Politiker glänzen mit Kostümen und politischen Botschaften
Faschingsgala 2025 in Franken: Politiker tauschen Anzüge gegen ausgefallene Kostüme
Die Fastnacht in Franken-Gala 2025 in Veitshöchheim bot ein ungewöhnliches Bild: Politiker präsentierten sich nicht in ihren gewohnten Anzügen, sondern in aufwendigen Verkleidungen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erschien als Braveheart, während Bundesforschungsministerin Dorothee Bär mit einem fischinspirierten Kostüm auf die Bedeutung der Meeresforschung aufmerksam machte. Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, nutzte ihren Auftritt als Suffragette, um mehr Frauen in der Politik zu fordern.
Söders Wahl des schottischen Freiheitskämpfers Braveheart sorgte sofort für Gesprächsstoff. Mit Kriegsbemalung und Kilt symbolisierte er die bayerische Eigenständigkeit – eine deutliche Anspielung auf die anhaltenden Spannungen mit Berlin. Der Ministerpräsident selbst verglich das Verhältnis mit den Worten "ein bisschen wie Bayern und Berlin" und unterstrich damit die Haltung seiner Partei seit der Bundestagswahl 2021. Für sein Make-up zeichnete Dirk Hirsch verantwortlich, der Leiter der Kostümabteilung des Staatstheaters Nürnberg.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, setzte auf einen ganz anderen Ansatz: Mit türkisfarbenen Lidern und einem Netz aus Fischfiguren lenkte sie den Fokus auf den Meeresschutz. Ihr Mann, Oliver Bär, scherzte, sie sei in ihrem Ministeramt ohnehin schon "eine Rakete" – da brauche es kein Kostüm.
Ilse Aigner, Landtagspräsidentin, nutzte den Abend für eine politische Botschaft. Als Suffragette verkleidet, forderte sie eine stärkere Repräsentation von Frauen in der Politik. Ihr Auftritt erinnerte an den historischen Kampf um das Frauenwahlrecht – und verband dies mit aktuellen Herausforderungen.
Die Gala vereinte Humor mit politischer Aussagekraft: Während Söders Braveheart den Widerstand seiner Partei gegen Bundespolitik unterstrich, setzten Bär und Aigner mit ihren Kostümen Zeichen für Forschung und Gleichberechtigung. Wie jedes Jahr wurde die Tradition so zur Bühne für gesellschaftliche Debatten.