Forschungsförderung im Umbruch: USA kürzen Klimagelder, Deutschland bricht mit Russland
Moritz NeumannForschungsförderung im Umbruch: USA kürzen Klimagelder, Deutschland bricht mit Russland
Forschungsförderung und akademischer Austausch zwischen den USA, Deutschland und Russland stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. In den USA bedrohen geplante Haushaltskürzungen unter einer möglichen Rückkehr der Trump-Regierung Klimaforschungsprojekte, während deutsche Einrichtungen wie der DAAD ihre Aktivitäten in Russland vollständig einstellen. Gleichzeitig orientieren sich immer mehr US-Forschende Richtung Europa, da die heimische Förderung schrumpft.
Während Donald Trumps erster Amtszeit (2017–2021) wurden Bundesmittel für die Klimaforschung drastisch gekürzt. Die Biden-Harris-Regierung stellte diese später wieder her und erweiterte sie durch den Inflation Reduction Act, was Drittmittelprojekte an Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton stärkte. Doch mit Trumps angekündigter Rückkehr 2024 zeichnen sich nun neue Kürzungen für die Förderperioden 2025–2026 ab – betroffen sind unter anderem Mittel der National Science Foundation (NSF) und des Energieministeriums (DOE). Vorläufige Daten für 2025 deuten auf eine Reduzierung der Klimaforschungsgelder um 15–25 % hin.
Die Folgen sind bereits spürbar: Fühende US-Forschungseinrichtungen verzeichnen einen Rückgang externer Mittel, besonders in der Klimawissenschaft. Parallel dazu steigt das Interesse amerikanischer Wissenschaftler:innen an Stellen in Europa. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft melden eine deutliche Zunahme an Anfragen von US-Forschenden.
In Deutschland verschiebt sich unterdessen die Nachfrage nach Auslandsstudien. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien auf Masterebene haben sich mehr als verdoppelt, während Anfragen deutscher Studierender und Promovierender für einen Aufenthalt in den USA um etwa 10 % zurückgingen. Der Trend spiegelt eine nachlassende Begeisterung für akademische Chancen in den Vereinigten Staaten wider.
Gleichzeitig brechen die wissenschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Russland ab. Der DAAD wurde in Russland als "unerwünschte Organisation" eingestuft, woraufhin das Moskauer Büro sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation geschlossen werden mussten. Russische Staatsbürger:innen, die mit dem DAAD kooperieren, riskieren nun strafrechtliche Verfolgung.
Die Umbrüche werden die globale Forschungszusammenarbeit neu prägen: Die US-Klimaforschung leidet unter Mittelknappheit, was mehr Wissenschaftler:innen nach Europa treibt. Deutschland hingegen kappt die Bande zu Russland – bei gleichzeitig stark steigenden Stipendienanträgen. Die Entwicklungen zeigen, wie politische Entscheidungen direkt in internationale Forschungs- und Bildungsnetzwerke eingreifen.