Expressionistisches Meisterwerk an jüdische Erben restituiert – und bleibt doch in Wuppertal
Charlotte SimonBeutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Expressionistisches Meisterwerk an jüdische Erben restituiert – und bleibt doch in Wuppertal
Ein bedeutendes expressionistisches Gemälde wurde an die Erben einer jüdischen Familie restituiert, die unter der NS-Herrschaft verfolgt wurde. Das Werk 'Zwei Frauen (Frauen in Grün)' von Karl Schmidt-Rottluff wurde vom Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum zurückgegeben, bevor es im Rahmen einer gemeinsamen Vereinbarung zurückerworben wurde. Der Fall markiert die zweite solche Restitution allein in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen.
Das Gemälde gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem jüdischen Industriellen, der es 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Schweiz brachte. Vier Jahre später schickte seine Witwe, Thekla Hess, es aus Angst vor Verfolgung durch die Gestapo zurück an den Kölner Kunstverein. Der Verein behauptete später, das Kunstwerk sei während des Krieges verloren gegangen.
Die Einigung stellt sicher, dass das Werk in Wuppertal bleibt, während gleichzeitig seine gewaltsame Verbringung in der NS-Zeit offiziell anerkannt wird. Der Fall folgt einer ähnlichen Restitution Anfang dieses Jahres in Krefeld und unterstreicht die laufenden Bemühungen, historische Ungerechtigkeiten in deutschen Museen aufzuarbeiten. Am Rückkauf waren private Stiftungen, staatliche Behörden und das Museum selbst beteiligt.