Evonik senkt Dividende und baut Stellen ab – doch setzt weiter auf Innovation
Moritz NeumannEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik senkt Dividende und baut Stellen ab – doch setzt weiter auf Innovation
Evonik kündigt neue Dividendenpolitik und Sparmaßnahmen an
Angesichts eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hat der Chemiekonzern Evonik eine neue Dividendenpolitik sowie Kostensenkungsmaßnahmen bekannt gegeben. Für das Jahr 2025 meldete das Unternehmen einen Rückgang bei Umsatz und Ertrag: Das bereinigte EBITDA sank um neun Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Evonik auf langfristige Stabilität und Innovation fokussiert.
Im Jahr 2025 verzeichnete Evonik einen Umsatzrückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 14,1 Milliarden Euro. Schwache Konjunktur und intensiver Wettbewerb – insbesondere durch chinesische Unternehmen – trugen zu diesem Rückgang bei. Innerhalb der letzten fünf Jahre schrumpfte der globale Marktanteil des Konzerns in Schlüsselbereichen wie Silanen, Methacrylaten und Hochleistungsmaterialien von etwa 15–20 Prozent auf rund 12–15 Prozent. Chinesische Konkurrenten wie Wanhua Chemical und Ronas Chemicals konnten ihren Marktanteil dagegen um 5–10 Prozent ausbauen, gestützt durch staatliche Investitionen und aggressive Preispolitik.
Trotz des Drucks bleibt Evonik in Sachen Innovation führend: Das Unternehmen investiert 25 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung – gemessen am Umsatz – als seine größten chinesischen Wettbewerber. Allein 2024 meldete Evonik über 1.200 Patente an, während die Konkurrenz auf etwa 800 kam. Der Fokus liegt weiterhin auf nachhaltigen Technologien, darunter biobasierte Spezialchemikalien.
Um die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken, führte Evonik-Chef Christian Kullmann ab 2026 eine neue Dividendenpolitik ein. Die Aktionäre erhalten zunächst eine Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie, künftige Dividenden sollen zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernnettoergebnisses liegen. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt diesen Kurs.
Neben der Dividendenanpassung plant das Unternehmen, im Jahr 2026 rund 1.000 Stellen abzubauen. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten rechnet Evonik für 2026 mit einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro.
Mit der neuen Dividendenpolitik und den Personalanpassungen will Evonik seine finanzielle Basis in einem anspruchsvollen Wirtschaftsumfeld sichern. Gleichzeitig setzt das Unternehmen weiterhin stark auf Innovation und behält so seine Wettbewerbsfähigkeit in nachhaltigen Chemietechnologien. Mit einer prognostizierten Spanne für das bereinigte EBITDA von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro im Jahr 2026 bleibt Evonik auf langfristiges Wachstum ausgerichtet – trotz eines herausfordernden Marktumfelds.