12 November 2025, 12:02

Evonik in der Krise: Aktie stürzt ab – Analysten warnen vor strukturellen Risiken

Ein Prospekt, der Pfeffersoße bewirbt, mit einem darunter liegenden Blatt, auf dem verschiedene Currys beworben werden.

Evonik in der Krise: Aktie stürzt ab – Analysten warnen vor strukturellen Risiken

Evonik Industries steckt in einer sich verschärfenden Krise – die Verluste belaufen sich seit Jahresbeginn auf rund 19 %. Enttäuschende Quartalszahlen für das dritte Quartal 2025 und wirtschaftliche Unsicherheiten haben zu Herabstufungen und wachsender Skepsis bei Anlegern geführt. Der Aktienkurs erreichte am Dienstag mit 13,55 Euro ein historisches Tief.

Die Probleme des Konzerns spiegeln sich in den Finanzkennzahlen wider: Das bereinigte EBITDA brach um 22 Prozent ein, die Umsätze gingen um 12 Prozent zurück, und die EBITDA-Marge sank von 15,1 auf 13,2 Prozent. Analysten warnen vor erheblichen Risiken für 2026 und verweisen auf strukturelle Herausforderungen wie Überkapazitäten, Preisdruck – insbesondere im Methionin-Geschäft – sowie die Notwendigkeit von Kapazitätsabbau. Sorgen um eine schwächelnde Industrieproduktion und steigende Energiekosten trüben die Aussichten zusätzlich.

Zweifel gibt es auch an der Wirksamkeit des Effizienzprogramms „Evonik Tailor Made“, das die Wende bringen soll. Goldman Sachs und Jefferies haben die Aktie auf „Verkaufen“ bzw. „Underperform“ herabgestuft. Zwar hielt die Citigroup an ihrer „Kaufen“-Empfehlung fest, senkte aber das Kursziel. Georgina Fraser von Goldman Sachs verwies auf tiefgreifende strukturelle Probleme in der gesamten Chemieindustrie und riet Anlegern, die Entwicklungen an den Kreditmärkten genau zu beobachten.

Die Zukunft von Evonik Industries bleibt ungewiss. Trotz Bemühungen um mehr Effizienz steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen. Anleger sollten die Lage genau verfolgen, während der Konzern daran arbeitet, seine finanzielle Performance zu stabilisieren.