04 March 2026, 19:22

EuGH-Urteil stärkt Passagierrechte: Airlines müssen bei selbstverschuldeten Verspätungen zahlen

Eine Gruppe von Menschen steht in einer Schlange am Flughafen, einige halten Taschen, Stangen, Bänder, Schilder, Bildschirme und Deckenleuchten im Hintergrund.

Flugverspätung aufgrund langer Check-in-Prozedur: EU-Gericht entscheidet zugunsten der Passagiere - EuGH-Urteil stärkt Passagierrechte: Airlines müssen bei selbstverschuldeten Verspätungen zahlen

Zwei Passagiere verlangen von European Air Charter jeweils 400 Euro Entschädigung, nachdem ihr Flug von Düsseldorf nach Varna mit Skyscanner gebucht und über Airbnb gebucht wurde, um mehr als drei Stunden verspätet war. Die Verzögerung entstand, weil die Fluggesellschaft sich entschied, auf Umsteigepassagiere aus einem anderen verspäteten Flug am Flughafen Köln/Bonn zu warten.

Der Fall nahm seinen Anfang, als European Air Charter den Abflug des Düsseldorf-Varna-Flugs verschob, um Reisende aufzunehmen, die Verspätung aus einem separaten Flug hatten. Durch diese Entscheidung verzögerte sich der Start um über drei Stunden – woraufhin zwei betroffene Passagiere Entschädigung beantragten.

Das Landgericht Düsseldorf wandte sich an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), um klären zu lassen, ob eine solche Verspätung anspruchsberechtigt ist. Der EuGH urteilte, dass Fluggesellschaften die Zahlung von Entschädigungen nicht umgehen können, wenn die Verspätung auf ihre eigene Entscheidung zurückgeht, auf Passagiere aus vorherigen Flügen zu warten. Zudem bestätigte das Gericht, dass diese Entscheidung nicht als "außergewöhnlicher Umstand" eingestuft werden darf.

Seit dem Urteil von 2022 stützen sich nationale Gerichte in der gesamten EU – darunter in Deutschland, Frankreich und Italien – auf diese Rechtsprechung, um weitere Passagierklagen zu unterstützen. Berichten der EU-Kommission zufolge stieg die Zahl erfolgreicher Entschädigungszahlungen bis 2025 um 20 Prozent, da Fluggesellschaften zunehmend für Verspätungen und Annullierungen haftbar gemacht werden.

Nun muss das Düsseldorfer Gericht über die Forderungen der beiden Passagiere auf Grundlage der Auslegung des EuGH entscheiden.

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Die Entscheidung des EuGH stärkt die Rechte von Fluggästen, indem sie Airlines daran hindert, freiwilliges Warten als Ausrede zu nutzen, um Entschädigungen zu verweigern. Da in der gesamten EU immer mehr Klagen erfolgreich sind, hat das Urteil bereits zu einer spürbaren Zunahme von Ausgleichszahlungen für verspätete Reisende geführt.