15 January 2026, 06:03

Eskalation der Antimilitarismus-Proteste in Köln: Gewaltsame Aktionen gegen Rüstungsfirmen und Politik

Eine Menschenmenge steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, mit Fahnen und Schildern, mit einer Fahne auf der rechten Seite und dem Torbogen mit Statuen und Säulen unter einem bewölkten Himmel.

Eskalation der Antimilitarismus-Proteste in Köln: Gewaltsame Aktionen gegen Rüstungsfirmen und Politik

Antimilitaristische Proteste in Köln eskalieren seit Januar 2026

Seit Anfang Januar 2026 haben sich die antimilitaristischen Proteste in Köln verschärft, wobei Demonstrationen gezielt Rüstungsunternehmen und politische Einrichtungen ins Visier nehmen. Beteiligt sind unter anderem die Antimilitaristischen Gruppen und die Organisation CODEPINK, die mit Flugblattaktionen und Besetzungen gegen die militärische Aufrüstung und die Debatte um eine mögliche Wehrpflicht protestieren.

Auslöser der Unruhen war ein Protestcamp Ende August 2025, bei dem sich anarchistisch-autonome Aktivist:innen vor den Werken des Rüstungskonzerns Rheinmetall versammelten. Bis zum 5. Januar 2026 steigerten die Demonstrant:innen ihre Aktionen – unter anderem mit einer Sitzblockade in den SPD-Büros in der Kölner Magnusstraße. Rund 20 Protestierende drangen gewaltsam in das Gebäude ein und weigerten sich zu gehen, woraufhin die Polizei die Räumung einleitete. Drei Personen leisteten Widerstand bei der Festnahme, wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen und später wieder freigelassen. Wegen Hausfriedensbruchs wurde Anzeige erstattet.

Am selben Tag versammelten sich etwa 30 bis 40 vermummte Aktivist:innen vor der Niederlassung von 1 fc köln an der Pützchens Chaussee in Bonn-Beuel. Gleichzeitig versuchten über 200 vermummte Demonstrant:innen, das Industriegelände von Deutz AG an der Dillenburger Straße zu stürmen. Die Polizei griff ein, löste die Menschenansammlung auf und führte Personenkontrollen durch, bevor die Straße wieder freigegeben wurde. Die Proteste stehen im Zusammenhang mit der breiteren antimilitaristischen Bewegung in Köln, wo es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivist:innen und Behörden wegen Rüstungsproduktion und Militärpolitik kommt.

Die eine Woche andauernden Demonstrationen führten zu vorläufigen Festnahmen, Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Polizeieinsätzen an mehreren Orten. Obwohl Straßenblockaden aufgehoben und Proteste aufgelöst wurden, bleibt die Lage angespannt – die Debatten über die zunehmende Militarisierung in der Region halten an.