Erzbistum Paderborn zahlt 93 Millionen Euro an Missbrauchsopfer – Bischof bittet um Vergebung
Noah MayerBischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn zahlt 93 Millionen Euro an Missbrauchsopfer – Bischof bittet um Vergebung
Das Erzbistum Paderborn hat 93 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an Überlebende sexuellen Missbrauchs geleistet – dies folgt auf einen vernichtenden Bericht über historische Fälle. Bischof Udo Markus Bentz hat die Opfer öffentlich um Vergebung gebeten und die Erkenntnisse als Beleg für das institutionelle Versagen der Kirche bezeichnet.
Der Skandal innerhalb der deutschen katholischen Kirche war erstmals 2010 ans Licht gekommen. Eine 2023 von der Kanzlei Feigen und Graf durchgeführte Studie deckte später 489 Missbrauchsfälle im Bistum Paderborn zwischen 1941 und 2002 auf, an denen 210 beschuldigte Personen beteiligt waren. Zwar wies der Bericht Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt als unglaubwürdig zurück, doch laufen die Ermittlungen zu seiner möglichen Rolle weiterhin.
Bischof Bentz bezeichnete das Ausmaß des Missbrauchs als verheerend und räumte die Verantwortung der Kirche ein. Reinhold Harnisch, Sprecher des Opferverbands, begrüßte die Entschuldigung als Schritt zur Wiederherstellung der Würde der Betroffenen. Harnisch unterstützte zudem Forderungen, Straßen umzubenennen, die nach Kardinal Degenhardt und Kardinal Jaeger benannt sind – beide stehen im Verdacht, in Vertuschungsversuche verwickelt gewesen zu sein.
Seit Veröffentlichung der Studie 2023 wurden im Bistum Paderborn keine neuen Fälle offiziell bestätigt. Stand März 2026 werden jedoch noch zwei Vorwürfe geprüft. Das Bistum hat zugesagt, die unabhängigen Untersuchungen fortzusetzen, mit besonderem Fokus auf eine mögliche Beteiligung Degenhardts.
Bisher hat das Erzbistum Paderborn 93 Millionen Euro an Entschädigungen an Überlebende gezahlt. Die Entschuldigung von Bischof Bentz stellt eine offizielle Anerkennung des Versagens der Kirche dar, während die laufenden Ermittlungen darauf abzielen, ungeklärte Fälle aufzuklären. Die Zusage des Bistums, frühere Verfehlungen weiter zu untersuchen, deutet darauf hin, dass weitere Enthüllungen folgen könnten.