27 March 2026, 02:01

Erster Castor-Transport erreicht Zwischenlager Ahaus – Proteste und Kritik begleiten die Ankunft

Große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straßendemonstration gegen Atomkraft in Deutschland, mit Schildern und Fahnen, mit Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund.

Erster Castor-Transport erreicht Zwischenlager Ahaus – Proteste und Kritik begleiten die Ankunft

Ein einzelner Behälter mit atomarem Abfall traf am frühen Mittwochmorgen im Zwischenlager Ahaus ein. Die Ankunft markierte den Beginn von 152 geplanten Transporten aus dem Forschungszentrum Jülich – fast 28 Jahre, nachdem die umstrittene Inbetriebnahme des Lagers Massenproteste ausgelöst hatte. Während der Konvoi seine 170 Kilometer lange Fahrt ohne Zwischenfälle beendete, versammelten sich Demonstranten vor der Anlage.

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Der Transport hatte sich am Dienstag gegen 10 Uhr in Bewegung gesetzt, als der Castor-Behälter Jülich in einem stark gesicherten Konvoi verließ. Polizei und Veranstalter hatten die Abläufe im Voraus abgestimmt, sodass einige Protestierende nach Verhandlungen unter Leitung der Mahnwachen-Organisatorin Hanna Poddig mit dem Fahrrad anreisen konnten. Poddig kritisierte später die Bundesregierung, die die Transporte fortsetze, obwohl Deutschland immer noch über kein Endlager für atomaren Abfall verfüge.

Die 170 Kilometer lange Route durch Nordrhein-Westfalen verlief ohne Störungen, doch der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Patrick Schlüter, bezeichnete den Einsatz als "schlecht getimt" und verwies auf die angespannten Sicherheitsressourcen. Innenminister Herbert Reul räumte die Herausforderungen ein, betonte jedoch, dass regelmäßige Transporte – bis zu drei gleichzeitig – langfristig einen "Gewöhnungseffekt" erzeugen würden.

Oppositionspolitiker wie der SPD-Abgeordnete Alexander Vogt argumentierten, die Transporte hätten vermieden werden können. Vogt machte der Landesregierung Vorwürfe, keine alternative Zwischenlagerlösung in Jülich gesichert zu haben, sodass Ahaus vorerst die einzige Option bleibe. Die Anlage hatte 1998 erstmals atomaren Abfall aufgenommen – damals hatten die Lieferungen landesweite Proteste ausgelöst.

Der erste von 152 Castor-Behältern lagert nun in Ahaus; die übrigen Transporte sollen in den kommenden Monaten folgen. Die Behörden rechnen mit weiteren Protesten, versichern jedoch, dass die Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhalten werden. Unterdessen fordern Kritiker weiterhin eine dauerhafte Lösung für den deutschen Atommüll, bevor weitere Transporte stattfinden.

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