Eisglätte legt Schulen in sieben Bundesländern lahm – Eltern und Schüler kämpfen mit Folgen
Noah MayerEisglätte legt Schulen in sieben Bundesländern lahm – Eltern und Schüler kämpfen mit Folgen
Eisglätte zwingt Schulen in mehreren Bundesländern zu Schließungen – Unterricht findet online statt
In mehreren deutschen Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Teilen Bayerns, sind Schulen wegen glatteisbedingter Straßenverhältnisse geschlossen worden, was einen abrupten Wechsel zum Distanzunterricht erzwang. Die Schließungen begannen am Montag, dem 12. Januar 2026, nachdem Warnungen vor Blitzeis die Behörden veranlassten, den Präsenzunterricht auszusetzen.
Nordrhein-Westfalen (NRW) und Brandenburg ordneten am 12. Januar die Umstellung auf Fernunterricht an und boten bedürftigen Familien eine Notbetreuung an. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Teilen Bayerns wurden die Entscheidungen dagegen den einzelnen Schulen oder Kommunen überlassen, wobei einige zu Schließungen rieten. Mecklenburg-Vorpommern hingegen hielt die Schulen offen, erlaubte aber entschuldigtes Fehlen für Schülerinnen und Schüler, die nicht sicher zur Schule gelangen konnten.
Das winterliche Wetter – ein jährlich wiederkehrendes Phänomen – hat den Schulbetrieb erneut durcheinandergebracht. Kritiker werfen den Behörden vor, sie hätten stattdessen Maßnahmen ergreifen können, um Schulwege sicherer zu gestalten, anstatt flächendeckend zu schließen. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass viele Schülerinnen und Schüler in unmittelbarer Nähe zu ihren Schulen wohnen, was die Frage aufwirft, ob pauschale Schließungen wirklich notwendig waren. Eltern stehen nun vor der Herausforderung, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen, während Schüler ohne zuverlässigen Internetzugang, ruhige Lernumgebung oder elterliche Unterstützung Schwierigkeiten haben könnten, mit dem Stoff Schritt zu halten. Zwar besitzen die meisten Jugendlichen heute ein Handy, um im Notfall Hilfe zu rufen, doch nicht alle verfügen über die technischen Voraussetzungen für effektives Lernen auf Distanz. Zudem bleibt ungewiss, wie gut digitale Systeme funktionieren und wie vorbereitet Lehrkräfte auf den Online-Unterricht sind. Einige Expertinnen und Experten schlagen vor, stattdessen klassische „Schneefrei“-Tage auszurufen – an denen alle Schüler gleichermaßen fehlen –, um die durch soziale Ungleichheit entstandenen Bildungslücken nicht weiter zu vertiefen. In den betroffenen Bundesländern sollen die Schulen voraussichtlich ab Dienstag oder Mittwoch wieder öffnen, sobald sich die Wetterlage bessert.
Die Schließungen lenken die Aufmerksamkeit auf anhaltende Probleme der Bildungsungerechtigkeit, insbesondere wenn auf Distanzunterricht umgestellt werden muss. Mit der geplanten Wiedereröffnung der Schulen später in dieser Woche wird sich zeigen müssen, ob künftig alternative Lösungen gefunden werden können, um den Präsenzunterricht auch bei winterlichen Bedingungen sicher aufrechtzuerhalten.