E.ON-Chef warnt vor Reaktivierung der zerstörten Nord-Stream-1-Pipeline
Felix SchneiderE.ON-Chef warnt vor Reaktivierung der zerstörten Nord-Stream-1-Pipeline
Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender von E.ON, hat vor einer Wiederinbetriebnahme der beschädigten Gaspipeline Nord Stream 1 gewarnt. Der deutsche Energiekonzern hält Anteile am schweizerischen Betreiber der Gasleitung, die seit den Sabotageakten außer Betrieb ist. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen um die europäische Energieversorgungssicherheit und den anhaltenden russischen Angriffskrieg in der Ukraine.
Birnbaum bestätigte, dass die Nord-Stream-1-Pipelines nicht mehr funktionsfähig seien. Durch das Eindringen von Ostseewasser an den Explosionsstellen seien sie unbrauchbar geworden. Er betonte, dass Russlands Invasion in der Ukraine das Land zu einem unzuverlässigen Energielieferanten mache.
Der E.ON-Chef äußerte zudem Besorgnis über jüngste Drohnenaktivitäten über deutscher Infrastruktur. Kraftwerke und Flughäfen seien vermehrt ausspioniert worden, was die Sicherheitsbedenken verschärfe. Birnbaum bezeichnete die russischen Handlungen als gezielte Strategie, um die kritische Infrastruktur der Ukraine zu schwächen. Er argumentierte, dass künftige Energieabkommen mit Russland die Nachbarländer nicht umgehen dürften. Das Problem sei eine europäische Herausforderung und kein rein deutsches Anliegen. Eine Reaktivierung von Nord Stream, warnte er, würde angesichts des anhaltenden Krieges ein falsches Signal senden.
Die Haltung von E.ON spiegelt die allgemeine Skepsis gegenüber den europäischen Energiebeziehungen zu Russland wider. Da das Unternehmen am Betreiber von Nord Stream 1 beteiligt ist, unterstreichen Birnbaums Warnungen die Risiken einer Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen – besonders vor dem Hintergrund der beschädigten Pipeline und der angespannten politischen Lage.