Düsseldorf gedenkt der antisemitischen Anschläge vor 25 Jahren – und die Angst bleibt
Charlotte SimonDüsseldorf gedenkt der antisemitischen Anschläge vor 25 Jahren – und die Angst bleibt
Vor 25 Jahren wurde Düsseldorf innerhalb weniger Monate von zwei erschütternden antisemitischen Anschlägen heimgesucht. Die Vorfälle versetzten viele Bewohner der Stadt in tiefe Bestürzung. Damals besuchte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den Tatort und rief zu einem "Aufstand der Anständigen" als Reaktion auf die Gewalt auf.
Der erste Anschlag ereignete sich am 27. Juli 2000, als eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn explodierte. Zehn Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen Mitglieder jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.
Nur zwei Monate später, am 2. Oktober 2000, griffen zwei Männer die Düsseldorfer Synagoge an. Bewaffnet mit einem Stein und Molotow-Cocktails versuchten sie, das Gebäude in Brand zu setzen. Eine Anwohnerin in der Nähe griff schnell ein und trat die Flammen mit dem Fuß aus. Der Anschlag verursachte Sachschäden, aber es gab keine Verletzten.
Im Nachgang wurden zwei Personen wegen des Angriffs auf die Synagoge im Jahr 2001 verurteilt. Der Verdächtige im Zusammenhang mit der S-Bahn-Bombardierung wurde jedoch 2001 mangels Beweisen freigesprochen.
Trotz der vergangenen Zeit vermeiden es viele Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft noch immer, sich außerhalb geschützter Räume offen als Jüdinnen oder Juden zu erkennen. Die Angst vor weiteren Angriffen bleibt eine ständige Sorge.
Die Anschläge von 2000 lösten Empörung und Aufrufe zur Solidarität aus. Doch ein Vierteljahrhundert später prägt die Bedrohung durch Antisemitismus weiterhin den Alltag vieler Menschen. Über die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen in Düsseldorf wurde seit den Vorfällen nichts Näheres öffentlich bekannt.






