Düren gedenkt 1953 und fragt: "Haben wir die Einheit wirklich geschafft?"
Noah MayerDüren gedenkt 1953 und fragt: "Haben wir die Einheit wirklich geschafft?"
Gedenkveranstaltung in Düren: 35 Jahre nach der Wiedervereinigung – "Haben wir es geschafft?"
Am 2. Oktober 2025 fand in Düren eine besondere Gedenkfeier für die Opfer des Aufstands von 1953 in der DDR statt. Die sonst im Juni abgehaltene Veranstaltung wurde in diesem Jahr verschoben, um an den 35. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung zu erinnern. Unter dem Motto "Haben wir es geschafft?" setzten sich die Organisatoren mit den Errungenschaften und Herausforderungen seit 1990 auseinander.
Im Mittelpunkt stand die gewaltsame Niederschlagung der Proteste am 17. Juni 1953, als sowjetische und DDR-Truppen die Demonstrationen in der gesamten DDR blutig beendet hatten. Historische Aufzeichnungen bestätigen heute, dass zwischen 50 und 55 Menschen ums Leben kamen – erschossen auf offener Straße, nach Schauprozessen hingerichtet oder in Haft getötet. Jahrzehntelang hatte das SED-Regime lediglich 25 Tote zugegeben.
Bürgermeister Frank Peter Ullrich eröffnete die Feier mit einem Appell, das Gedenken an den 17. Juni wachzuhalten und sich für die Verteidigung grundlegender Rechte einzusetzen. Felix Heinz Holtschke, Landesvorsitzender des Bundes der Stalinistisch Verfolgten (BSV), berichtete von seinen Kindheitserfahrungen in der DDR und den Schwierigkeiten der Wiedervereinigung.
Schülerinnen und Schüler der St.-Angela-Schule beteiligten sich mit selbstgestalteten Pappplakaten, auf denen Parolen der Proteste von 1989 zu lesen waren – jenen Demonstrationen, die schließlich zum Fall der Berliner Mauer führten. Heiko Hendriks, Landesbeauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler, dankte den Jugendlichen für ihr Engagement. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Bürgermeisteramt, Vertretern des BSV, lokalen politischen Gruppen und der Schule organisiert.
Die Gedenkfeier 2025 wuchs über den traditionellen Juni-Termin hinaus und verband die Erinnerung an den Aufstand mit dem 35. Jahrestag der Einheit. Durch die Verknüpfung historischer Kämpfe mit aktuellen Fragen regte die Veranstaltung zur Reflexion über den Stand der deutschen Einheit an. Historische Dokumente und Zeitzeugenberichte hielten das Vermächtnis des Aufstands von 1953 für die jüngere Generation lebendig.






