Duisburger Lehrerin soll 16 Jahre lang Gehalt kassiert und heimlich als Heilpraktikerin gearbeitet haben
Charlotte SimonDuisburger Lehrerin soll 16 Jahre lang Gehalt kassiert und heimlich als Heilpraktikerin gearbeitet haben
Eine Lehrerin aus Duisburg steht unter Ermittlung, nachdem sie angeblich 16 Jahre lang ihr volles Gehalt bezogen haben soll, während sie krankgeschrieben war. Den Behörden zufolge soll sie in dieser Zeit als Heilpraktikerin gearbeitet und geschäftliche Aktivitäten ausgeübt haben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sie durch Täuschung des Staates gewerbsmäßigen Betrug begangen hat.
Die an der Berufskolleg Wesel beschäftigte Pädagogin war 2009 krankgeschrieben worden. Trotz ihrer Abwesenheit bezog sie weiterhin ihr volles Beamtengehalt vom Land Nordrhein-Westfalen. Während ihrer langen Krankschreibung wurden offenbar nie ärztliche Kontrollen angefordert.
In dieser Zeit soll sie laut Ermittlern als Heilpraktikerin praktiziert haben. Zudem fanden die Beamten Hinweise darauf, dass sie an einem Gründerwettbewerb teilgenommen hatte. Diese Tätigkeiten weckten den Verdacht, sie könnte falsche Angaben gemacht haben, um ihr Gehalt weiterzuerhalten.
Als Reaktion durchsuchten die Behörden Anfang 2024 ihr Haus in Duisburg. Dabei beschlagnahmten sie Dokumente und digitale Speichermedien im Rahmen der Betrugsermittlungen. Der strafrechtliche Fokus liegt auf den Jahren 2021 bis 2025, da frühere Vorwürfe möglicherweise bereits verjährt sind.
Der Fall wirft auch Fragen zu einer Mitarbeiterin des Düsseldorfer Bezirksregierungspräsidiums auf. Die Behörden prüfen, ob beide Personen ihre dienstlichen Pflichten vernachlässigt haben. Unterdessen kündigte die Landesregierung an, die Kontrollen bei langfristigen Krankschreibungen von Beamten zu verschärfen.
Die Ermittlungen dauern noch an; die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob es zu einer Anklage wegen Betrugs kommt. Nordrhein-Westfalen überprüft derweil seine Richtlinien, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern. Strengere Regelungen für längere Krankschreibungen sollen bald eingeführt werden.






