23 December 2025, 08:05

"Drängend: Behandeln Sie, was sie vermasselt haben": Oliver Welke kritisiert NDR wegen Julia Ruhs

Ein Mann in Mantel, Krawatte und Hemd spricht nahe einem Rednerpult auf der rechten Seite des Bildes, mit einem Projektionsschirm in der Mitte und einem Mann in Schwarz und Weiß auf der linken Seite.

"Drängend: Behandeln Sie, was sie vermasselt haben": Oliver Welke kritisiert NDR wegen Julia Ruhs

Eil: „Behebt, was sie verbockt haben“ – Oliver Welke greift NDR wegen Julia Ruhs scharf an

Der Moderator der ZDF-„heute show“ übt harte Kritik am NDR. Er wirft dem Sender vor, im Fall Julia Ruhs versagt zu haben.

Norddeutscher Rundfunk (NDR) hat die Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin der Reportagereihe Klar abgesetzt. Die Entscheidung folgt auf Kritik an ihren konservativen Positionen und hat eine Debatte unter Medienvertretern ausgelöst. Der Comedian Oliver Welke, Moderator der ZDF-„heute show“, stellte den Schritt öffentlich infrage und bezeichnete ihn als unnötig.

Julia Ruhs hatte Klar seit dem Start für den NDR präsentiert, doch der Sender plant nun, sie durch Tanit Koch zu ersetzen. Ruhs wird die Sendung jedoch weiterhin für den Bayerischen Rundfunk (BR) moderieren, wo sie ihre Karriere als Volontärin begann und innerhalb von nur drei Jahren bekannt wurde.

Welke verteidigte Ruhs’ Professionalität und verwies darauf, dass die NDR-Redaktion alle drei ihrer Sendungen abgesegnet habe. Er wies Vorwürfe mangelnder Qualität zurück und stellte die Frage, ob ihre politische Haltung eine Rolle gespielt habe. In seiner Satiresendung zeigte er einen Ausschnitt, in dem Ruhs von Freunden mit rechtem Gedankengut sprach – und deutete an, dass dies den NDR beeinflusst haben könnte. Ruhs selbst reagierte auf Welkes Beitrag bei X mit den Worten: „Etwas gemein, aber sehr witzig.“ Die Comedian Idil Baydar (bekannt als Jilet Ayse) aus der ZDF-„heute show“ hingegen unterstützte die NDR-Entscheidung und bezeichnete sie als Stellungnahme gegen „Populismus und schlechten Journalismus“.

Ruhs’ konservative Ausrichtung ist bekannt: In ihrem 2024 erschienenen Buch „Links-grüne Meinungsmacht“ kritisiert sie den Einfluss linker und grüner Strömungen, und ihr ARD-Beitrag von April 2025 thematisierte Schwächen in der Asylpolitik. Medien wie „Cicero“ bezeichnen sie als „konservative Journalistin“ und aufstrebende Stimme für diejenigen, die sich von der etablierten Meinungslandschaft abgehängt fühlen. Welke argumentierte, der NDR hätte Ruhs halten sollen, und forderte stattdessen eine strengere Prüfung von Moderatoren. Der Streit spiegelt die größeren Spannungen um politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wider – Ruhs’ Unterstützer sehen in ihr ein notwendiges Korrektiv zu vorherrschenden progressiven Narrativen.

Übrig bleibt für den NDR die Lösung mit Tanit Koch als Ruhs’ Nachfolgerin, während Ruhs ihre Position beim BR behält. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltenden Konflikte darüber, wie öffentlich-rechtliche Sender mit politischer Vielfalt umgehen. Wie es mit Ruhs’ künftigen Projekten weitergeht – und ob andere Sender dem NDR-Beispiel folgen – bleibt abzuwarten.