13 March 2026, 04:01

Dortmunds Polizei geht mit Sonderermittlern gegen rechtsextreme Jugendliche vor

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Dortmunds Polizei geht mit Sonderermittlern gegen rechtsextreme Jugendliche vor

Die Dortmunder Polizei hat ihre Anstrengungen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus – insbesondere unter Jugendlichen – deutlich verstärkt. Eine neu gebildete Sonderermittlungsgruppe hat 77 Personen mit Verbindungen zur Dortmunder rechtsextremen Szene identifiziert – darunter 67 Jugendliche, Minderjährige oder Kinder. Die verschärften Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund, dass rechtsextreme Straftaten in der Stadt 2024 fast doppelt so häufig registriert wurden wie im Vorjahr.

Allein im Jahr 2024 verzeichnete die Dortmunder Polizei 295 politisch motivierte rechtsextreme Straftaten – ein Anstieg gegenüber 150 Fällen im Jahr 2023. Die meisten Delikte betrafen Propagandaverbrechen und Volksverhetzung. Auffällig ist, dass viele der Tatverdächtigen bisher nicht durch rechtsextreme Aktivitäten aufgefallen waren, was auf eine Veränderung der Rekrutierungsstrategien hindeutet.

Ein besonderer Fokus der Ermittler liegt auf der Prävention von Radikalisierung, vor allem bei jungen Menschen. Bis September 2025 wurde eine ständige Ermittlungsgruppe eingerichtet, die rechtsextreme Rekrutierungsversuche überwachen und unterbinden soll. Besorgnis erregt dabei die Gründung eines Jugendverbandes einer rechtsextremen Partei in Dortmund-Dorstfeld, die von den Behörden genau beobachtet wird.

Sobald Hinweise vorliegen, dass eine Person an einer rechtsextremen Veranstaltung teilgenommen hat, leiten die Beamten Schritte zur Identifizierung ein. Anschließend greifen sie ein: Betroffene werden über die rechtlichen Konsequenzen aufgeklärt, und gegebenenfalls werden Erziehungsberechtigte einbezogen. Zu den präventiven Maßnahmen gehören Unterstützungsangebote für betroffene Familien, flankiert von repressiven Maßnahmen, um eine weitere Einbindung in die Szene zu verhindern.

Bisher hat die Sonderermittlungsgruppe keinen neuen Zulauf von Dortmunder Bürgern zu rechtsextremen Gruppen festgestellt. Ziel bleibt es jedoch, frühzeitig diejenigen zu erkennen, die Kontakt zu extremistischen Netzwerken haben, und zu verhindern, dass sie tiefer in radikalisierte Kreise abrutschen.

Die Polizeimaßnahmen unterstreichen die wachsende Herausforderung durch rechtsextreme Rekrutierungsversuche unter Jugendlichen in Dortmund. Da 67 der 77 identifizierten Personen minderjährig sind, setzen die Behörden weiterhin auf eine Balance aus Prävention und Strafverfolgung. Die Arbeit der Ermittlungsgruppe bleibt vorrangig, während die Stadt bestrebt ist, extremistischen Einfluss einzudämmen.

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