Dortmunds Ethikkommission unter Druck: Jagd-Safaris vor der Entscheidung
Charlotte SimonDortmunds Ethikkommission unter Druck: Jagd-Safaris vor der Entscheidung
Der Dortmunder Stadtrat hat seine Ethikkommission nach monatelanger Untätigkeit endlich zum Handeln gedrängt. Die 2023 eingesetzte Gruppe, die Großwildjagden prüfen soll, muss sich nun noch vor der Sommerpause konstituieren. Der Druck wächst, da die nächste Messe Jagd und Hund bevorsteht und die Verantwortlichen die blockierten Diskussionen nicht länger ignorieren können.
Die Ethikkommission war nach jahrelangen hitzigen Debatten im Rat ins Leben gerufen worden. Ihre Aufgabe ist es zu bewerten, ob die Vermarktung von Jagd-Safaris ethisch vertretbar ist und welche Auswirkungen solche Reisen auf den Artenschutz haben. Trotz dieses Auftrags blieb die Kommission mindestens 18 Monate inaktiv – es gibt keine Protokolle von Sitzungen oder Fortschritten.
Dortmunds Oberbürgermeister gab kürzlich zu, dass die Akten der Kommission unvollständig sind und bisher keine Berichte vorliegen. Diese Untätigkeit stößt auf Kritik, insbesondere weil Aussteller in den städtischen Westfalenhallen weiterhin Jagdreisen anbieten. Eigentlich sollten die Erkenntnisse der Kommission als Grundlage für Entscheidungen dienen, ob solche Anbieter künftig auf Messen zugelassen werden.
Politische Gräben haben die Arbeit verzögert. Grünen, SPD, Linke und kleinere Fraktionen unterstützten den Antrag, die Kommission noch vor dem Sommer zusammenzurufen. Die CDU hätte sich mit einem späteren Termin zufriedengegeben, während die AfD die Kommission komplett ablehnt.
Mit dem Beschluss des Stadtrats steht die Kommission nun unter Zugzwang. Ihre Ergebnisse werden entscheiden, ob Jagd-Safaris auf Dortmunder Fachmessen beworben werden dürfen. Ohne Bericht riskiert die Stadt weitere Verzögerungen in einer seit Langem schwelenden ethischen Debatte.