04 March 2026, 15:14

Dorothee Daun bleibt an der Spitze von SelbstAktiv – neuer Kampf für Inklusion in Solingen

Eine Gruppe von Menschen im Rollstuhl mit Schildern auf der Straße, mit Gebäuden im Hintergrund und einem Laternenpfahl auf der rechten Seite, in Schwarz-Weiß.

Dorothee Daun bleibt an der Spitze von SelbstAktiv – neuer Kampf für Inklusion in Solingen

SelbstAktiv: Solinger Behindertenrechtsgruppe wählt Dorothee Daun erneut zur Vorsitzenden

Die Solinger Behindertenrechtsorganisation SelbstAktiv hat Dorothee Daun für eine weitere Amtszeit als Vorsitzende bestätigt. Zu ihren Stellvertretern wurden Oliver Backhaus und Yesim Özem gewählt. Die Neuaufstellung der Führung erfolgt in einer Phase, in der sich die Gruppe für eine stärkere Inklusionspolitik einsetzt und sich gegen Kürzungen bei Leistungen für Menschen mit Behinderung stellt.

Daun, eine langjährige Kämpferin für soziale Gleichberechtigung, kritisiert seit Jahren systemische Versäumnisse in der Behindertenhilfe. Ihrer Ansicht nach führen Unterfinanzierung und unklare Zuständigkeitsverteilungen zwischen kommunalen, regionalen und Landesbehörden zu unnötigen Hürden für Betroffene.

Mit jahrzehntelanger Erfahrung bringt Daun umfangreiches Know-how in ihre Rolle ein: Über 30 Jahre saß sie im Solinger Stadtrat, heute leitet sie sowohl Autismus Rhein-Wupper als auch den Paritätischen Wohlfahrtsverband. Ihr Schwerpunkt liegt auf sozialer Teilhabe und Chancengleichheit – auch auf Landesebene.

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Oliver Backhaus, Medienökonom und Vorsitzender des Vereins Barrierefreier Zugang, nutzt seit einem Unfall 1985 einen Rollstuhl. Sein Engagement gilt der Verbesserung der Barrierefreiheit in öffentlichem Raum und Berufsleben. Yesim Özem, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeitet, engagiert sich ehrenamtlich als Personalrätin und im Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Solingen. Sie initiierte unter anderem Projekte wie einen inklusiven Karneval, um die Sichtbarkeit von Behinderung im städtischen Kulturleben zu verankern.

SelbstAktiv kündigte an, sich gegen jeden Versuch zu wehren, Leistungen für Menschen mit Behinderung zu kürzen. Die Haltung der Gruppe spiegelt die bundesweite Debatte wider: Zwar gibt es mit der UN-Behindertenrechtskonvention klare rechtliche Vorgaben, doch deren Umsetzung variiert regional stark. Trotz Fortschritten seit der Ratifizierung 2009 klaffen Lücken – besonders in Bildung und Arbeitsmarkt.

Der Führungswechsel bei SelbstAktiv markiert einen Kurswechsel hin zu aktiver Inklusionspolitik statt bloßer Verwaltung. Aktuelle Ereignisse, wie der Messerangriff in Solingen am 26. Juli 2024, haben die Diskussionen über Integration und Unterstützungssysteme für vulnerable Gruppen weiter verschärft.

Das neue Führungsteam will die Rechte von Menschen mit Behinderung in Solingen stärken – mit klaren Prioritäten: Widerstand gegen Leistungsabbau, bessere Barrierefreiheit und die Verankerung von Inklusion im städtischen Alltag. Die Arbeit der Gruppe reiht sich ein in die bundesweite Auseinandersetzung darüber, wie gesetzliche Schutzrechte für Menschen mit Behinderung wirksam umgesetzt werden können.