Dormagen feiert 50 Jahre Stadtverwaltung mit Fokus auf Bürgerbeteiligung und lokale Projekte
Charlotte SimonDormagen feiert 50 Jahre Stadtverwaltung mit Fokus auf Bürgerbeteiligung und lokale Projekte
Dormagen feiert 50 Jahre Stadtverwaltung – Bürgerbeteiligung als Schlüssel für die lokale Entwicklung
Dormagen begeht das 50-jährige Jubiläum seiner Stadtverwaltung mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Bürgerbeteiligung bei der kommunalen Entwicklung. Im Laufe der Jahre sind zahlreiche Projekte – von Lastenrädern bis hin zu Stadtteillinienbussen – aus Anregungen der Bevölkerung entstanden. Allerdings mussten einige Initiativen, darunter Teile des Bürgerhaushalts, aufgrund von Haushaltsengpässen vorübergehend pausiert werden.
Die Stadt hat eine Vielzahl von Strukturen geschaffen, um die Teilhabe aller Altersgruppen zu fördern. Plattformen wie die Website say.our oder der Dormagener Mängelmelder ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, Probleme zu melden oder eigene Ideen einzubringen. Formate wie das World Café haben bereits konkrete Ergebnisse hervorgebracht, etwa den Waldorf-Bus, der die Mobilität von Senioren verbessert und verschiedene Stadtteile besser verbindet.
Bürgermeister Erik Lierenfeld betonte, dass die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger essenziell für eine funktionierende Demokratie sei. Er kündigte an, die öffentliche Mitsprache künftig noch stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubinden. Zudem legt die Stadt Wert auf Barrierefreiheit und bietet persönliche Anlaufstellen, Bürgerbüros sowie digitale Kanäle an, um sicherzustellen, dass alle mitwirken können.
Neben digitalen Tools veranstaltet Dormagen regelmäßig Bürgerdialoge, Jugendbeteiligungsprojekte sowie Senioren- und Integrationsbeiräte. Ziel ist es, maßgeschneiderte Angebote für jeden Stadtteil zu entwickeln und so das Engagement vor Ort nachhaltiger zu gestalten. Erfolge der Vergangenheit – wie neue Willkommensschilder oder gemeinsame Lastenräder – zeigen, wie Bürgerideen die Zukunft der Stadt prägen können.
Trotz der Fortschritte gab es auch Rückschläge: Der Bürgerhaushalt, der kleinere Projekte finanzierte, ist aktuell wegen begrenzter Mittel ausgesetzt. Zudem liegen zur say.our-Plattform, die 2022 an den Start ging, noch keine aktualisierten Daten zu Nutzung oder Wirkung vor.
Die Bürgerbeteiligung bleibt auch in den kommenden Jahren ein zentraler Baustein der Dormagener Stadtplanung. Durch die Kombination aus digitalen, persönlichen und stadtteilbezogenen Formaten können Anwohnerinnen und Anwohner mitgestalten, wie ihr Lebensumfeld noch lebenswerter wird. Zwar bremsen Haushaltsgrenzen manche Vorhaben aus, doch die bestehenden Strukturen sorgen dafür, dass die öffentliche Mitwirkung lebendig bleibt.