Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Felix SchneiderDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach mehr als einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu viele Geräte liegen seit Langem kaputt in den Regalen.
20. Dezember 2025, 10:24 Uhr
Deutsche Schulen erhalten einen deutlichen Finanzschub, nachdem sich Bund und Länder auf den DigitalPakt 2.0 geeinigt haben. Die Vereinbarung stellt 8 Milliarden Euro für die digitale Bildung in allen 16 Bundesländern bereit. Doch es bleiben Zweifel, ob das Geld ausreicht, um veraltete Systeme zu modernisieren und Lehrkräfte ausreichend zu schulen.
Monatelang herrschte in Städten wie Solingen Unsicherheit, weil Verzögerungen bei der Finanzierung Schulen mit defekten Geräten und ohne klare Aufrüstpläne zurückließen. Reparaturen und Neubeschaffungen wurden aufgeschoben – zur Frustration von Lehrkräften und Schüler:innen, die mit unzuverlässiger Technik kämpfen mussten.
Der neue Pakt garantiert nun fünf Jahre Planungssicherheit und gibt Kommunen die Möglichkeit, langfristige Projekte anzugehen. Allerdings fällt das Budget geringer aus als beim ersten DigitalPakt. Kritiker warnen zudem, dass Länder ihre eigenen Mittel kürzen könnten, indem sie bestehende Ausgaben gegen die Bundesgelder anrechnen. Die Lehrergewerkschaft VBE fordert eine schnellere, weniger bürokratische Verteilung der Mittel. Sie betont, dass es nicht ausreiche, kaputte Geräte einfach zu ersetzen – Schulen bräuchten moderne Lehrmethoden, eine KI-taugliche Infrastruktur und fundierte Fortbildungen im digitalen Bereich. Die Gewerkschaft drängt zudem auf frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um nach Ablauf der aktuellen Vereinbarung keine neue Finanzierungslücke zu riskieren.
In Solingen wird die Entscheidung zwar begrüßt, doch die Verantwortlichen bleiben vorsichtig. Angesichts der Dimension der Herausforderungen – von veralteter Hardware bis zu ungedeckten Schulungsbedarfen – könnte die Summe von 8 Milliarden Euro, so hilfreich sie auch ist, am Ende nicht ausreichen.
Die Vereinbarung sichert die Finanzierung bis 2029 und gibt Schulen damit eine klarere Perspektive für digitale Aufrüstungen. Doch ob der Pakt gelingt, hängt davon ab, wie zügig und zielgerichtet das Geld eingesetzt wird. Nun müssen Länder und Kommunen entscheiden, wie sie ihre Mittel priorisieren, um die dringendsten Probleme zuerst anzugehen.