Dieter Hecking über Frust, Respektlosigkeit und seine mögliche Rückkehr zum Fußball
Charlotte SimonHecking: 'Entlassung in Bochum war respektlos' - Dieter Hecking über Frust, Respektlosigkeit und seine mögliche Rückkehr zum Fußball
Dieter Hecking bleibt auch über ein Jahr nach seinem überraschenden Abgang beim VfL Bochum im September 2022 ohne Traineramt. Der erfahrene Coach, der inzwischen als Vizepräsident des Deutschen Fußball-Lehrer-Vereins (DFLV) tätig ist, sprach offen über die Frustration, die ihn nach seiner Entlassung im Fußball begleitete. Trotz des Rückschlags schließt er eine Rückkehr an die Seitenlinie nicht aus – vor allem, wenn sich in Europa die passende Gelegenheit im Fußball ergibt.
Sein Abschied von Bochum kam abrupt und ohne Vorwarnung. Die Nachricht über seine Freistellung erhielt Hecking nicht von den Verantwortlichen des Vereins, sondern über einen Mittelsmann am Telefon. Diese mangelnde direkte Kommunikation ließ ihn mit dem Gefühl zurück, respektlos behandelt worden zu sein, und bestärkte ihn in der Überzeugung, dass der Prozess im Fußball schlecht gelaufen war.
Seit Heckings Abgang hat sich die Mannschaft unter seinem Nachfolger Uwe Rösler deutlich verbessert. Bochum, das zu Saisonbeginn mit Schwierigkeiten im Fußball kämpfte, belegt nun einen soliden zehnten Platz in der 2. Bundesliga. Obwohl Hecking derzeit ohne Anstellung ist, vergleicht er das Trainerdasein mit einer Sucht – etwas, von dem er sich nicht vollständig lösen kann. Er zeigt sich offen für künftige Aufgaben, insbesondere bei Nationalmannschaften in Europa, wo Deutsch oder Englisch gesprochen wird. Angebote aus Ländern wie Saudi-Arabien oder Dubai lehnte er jedoch aus politischen Gründen ab.
Ungewiss bleibt, wie es für Hecking beruflich weitergeht. Doch seine Präferenz für den europäischen Fußball ist deutlich. Die Umstände seiner Entlassung in Bochum werfen weiterhin Fragen auf, auch wenn der Verein unter der neuen Führung inzwischen Stabilität im Fußball gefunden hat. Bis auf Weiteres engagiert sich Hecking im DFLV, behält aber gleichzeitig die Entwicklungen auf dem Trainermarkt im Auge.