17 January 2026, 22:40

DHL-Chef räumt Lieferprobleme ein und kritisiert Beschwerdestatistiken der Bundesnetzagentur

Ein USPS Priority Mail-Aufkleber mit einer Strichcode, dem Text "Click-N-Ship" und Anweisungen zur Verwendung von USPS Priority Mail.

DHL-Chef räumt Lieferprobleme ein und kritisiert Beschwerdestatistiken der Bundesnetzagentur

DHL-Gruppenchef Tobias Meyer hat sich zu den anhaltenden Problemen im deutschen Postsektor geäußert. In einer aktuellen Stellungnahme räumte er Lieferengpässe ein und übt zugleich Kritik an der Bearbeitung von Beschwerden. Gleichzeitig passt das Unternehmen seine Abläufe an grundlegende Veränderungen in der Brief- und Paketlogistik an.

Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 registrierte die Bundesnetzagentur rund 23.000 Beschwerden über die Dienstleistungen der Deutschen Bahn. Meyer wies diese Zahlen als irreführend zurück und argumentierte, die Behörde erfasse nur einen Bruchteil der tatsächlichen Vorfälle. Zudem fehle dem Unternehmen der Zugang zu den eigentlichen Ursachen vieler Klagen.

Meyer gab zu, dass die Leistung in letzter Zeit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Unerwartet hohe Sendungsmengen und Qualitätsprobleme bei der Briefzustellung im Sommer hätten zu Verzögerungen beigetragen. Daneben verwies er auf branchenweite Herausforderungen, darunter den Rückgang des Briefaufkommens durch die Digitalisierung. Um die Belastung für die Mitarbeiter zu verringern, unterstützte Meyer den Vorschlag, das gesetzliche Höchstgewicht für Sendungen auf 20 Kilogramm zu senken. Allerdings betonte er, dass die Bundesregierung hierzu noch keine Einigung erzielt habe.

Unterdessen optimiert DHL seine Prozesse, indem Brief- und Paketzustellung zusammengefasst werden, um die Effizienz zu steigern. Besonders kritisch äußerte sich Meyer über das Beschwerdemanagement der Bundesnetzagentur. Ohne tiefgehende Analysen böten die erhobenen Daten kaum brauchbare Ansätze, um die Serviceprobleme zu lösen, so der Vorstandsvorsitzende.

Das Unternehmen steht weiterhin vor operativen und regulatorischen Hürden, während das Briefvolumen sinkt und die Paketnachfrage steigt. Meyers Aussagen unterstreichen sowohl interne Anpassungen als auch die anhaltenden Spannungen mit Aufsichtsbehörden. Aktuell konzentriert sich DHL darauf, die Zustellprozesse zu straffen und gleichzeitig auf politische Änderungen zu drängen, die die Belegschaft entlasten sollen.