31 March 2026, 00:03

DGB NRW fordert 156 Milliarden Euro für marode Schulen bis 2034

Balkendiagramm, das den Landes- und Kommunalausgaben für Bildung in den verschiedenen Bundesländern zeigt.

DGB fordert mehr Geld für Schulen in NRW trotz Rekordbudget - DGB NRW fordert 156 Milliarden Euro für marode Schulen bis 2034

DGB Nordrhein-Westfalen drängt auf dringende Investitionen in Schulen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Nordrhein-Westfalen (NRW) fordert rasche Investitionen in das Bildungssystem. Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Land in den kommenden zehn Jahren rund 156 Milliarden Euro benötigt, um seine Schulen zu modernisieren. Kritiker bemängeln, dass die bisherigen Mittel bei Weitem nicht ausreichen, um grundlegende Standards zu erfüllen.

Laut einem Bericht des Finanzexperten Torsten Windels für den DGB NRW aus dem Jahr 2023 klafft eine wachsende Lücke in den Bildungsausgaben. Zwar wird das Budget für Schulen, Hochschulen und Kitas bis 2026 auf über 43 Milliarden Euro steigen, doch die Studie besagt, dass dieser Anstieg nicht mit dem allgemeinen Haushaltswachstum Schritt hält. In den vergangenen zwölf Jahren lag die Investitionsquote des Landes bei nur 10,1 Prozent – im Vergleich zu 16,2 Prozent in Bayern und 15,4 Prozent in Baden-Württemberg.

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Die Unterschiede zeigen sich in zentralen Bereichen. In Bayern und Baden-Württemberg sind die Klassengrößen in den letzten fünf Jahren leicht gesunken: von durchschnittlich 25 auf 23 Schüler in Bayern und von 24 auf 22 in Baden-Württemberg. Auch die digitale Infrastruktur wurde ausgebaut – über 90 Prozent der Schulen verfügen mittlerweile über Geräte und Breitbandanschlüsse. Das Verhältnis von Lehrkräften zu Schülern liegt in Bayern bei 1:12,5 und in Baden-Württemberg bei 1:13. NRW hingegen hinkt hinterher: Die Klassenstärken bleiben bei 26 Schülern, nur 75 Prozent der Schulen sind digital gut ausgestattet, und das Betreuungsverhältnis beträgt 1:15.

Die Folgen der Unterfinanzierung sind in den Bildungsergebnissen spürbar. Im Ruhrgebiet verfehlt etwa ein Drittel der Grundschüler die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik, bevor sie auf weiterführende Schulen wechseln. Bis zum Ende der zehnten Klasse erreichen 85 Prozent der Schüler nicht die geforderten Sprachkompetenzen. Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, betont, dass trotz Rekordausgaben die Realität in den Klassenzimmern den Regierungsversprechen nicht gerecht werde.

Windels fordert nun schnelles Handeln. Er rät dem Land, die neu gewonnene finanzielle Flexibilität zu nutzen und auf eine Milliarden-Sonderreserve zurückzugreifen. Ohne eine deutliche Aufstockung der Mittel werde NRW seine eigenen Bildungsziele verfehlen, warnt er.

Die Erkenntnisse des DGB verdeutlichen die wachsende Kluft zwischen NRW und anderen Bundesländern in Sachen Bildungsqualität. Mit einem Bedarf von 156 Milliarden Euro über zehn Jahre wird der Reformdruck durch klare Daten zu Unterfinanzierung und sinkenden Standards untermauert. Die Landesregierung steht nun unter Zugzwang, Mittel umzuschichten und die langjährigen Probleme im Schulsystem anzugehen.

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