30 October 2025, 04:01

Deutschlands digitale Zukunft an einem Scheideweg: Mangel an Datenzentren bedroht Wachstum und Souveränität

Ein Informationsschild, Gebäude, ein Schuppen, Bäume, Stromkabel und ein bewölkter Himmel.

Deutschlands digitale Zukunft an einem Scheideweg: Mangel an Datenzentren bedroht Wachstum und Souveränität

Die digitale Zukunft Deutschlands steht am Scheideweg. Während die Internetwirtschaft in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich jährlich um 9,7 Prozent wächst, leidet das Land unter einem kritischen Mangel an Rechenzentren – eine Bedrohung für seine Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität. Der eco-Verband, eine führende Interessenvertretung der Digitalbranche, macht für diese Misere langsame Glasfaserausbau-Projekte, zögerliche Digitalisierungsbemühungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie mangelnde Plattformkompetenz verantwortlich. Trotz dieser Herausforderungen soll sich die IT-Anschlussleistung deutscher Rechenzentren bis 2030 jedoch um etwa 50 Prozent steigern – von derzeit 2,4 auf 3,7 Gigawatt. Treiber dieses Wachstums sind die voranschreitende Digitalisierung und der zunehmende Einsatz von KI-Technologien. Der Umsatz der deutschen Internetwirtschaft wird voraussichtlich von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen. Ohne zusätzliche Kapazitäten drohen jedoch Rechenlasten ins Ausland abzuwandern – mit gravierenden Folgen für die digitale Unabhängigkeit Deutschlands. Die Bundesregierung hat darauf mit einem 500-Milliarden-Euro-Fonds über zwölf Jahre reagiert, um Infrastrukturdefizite zu schließen, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Stromversorgung für Rechenzentren. Der eco-Verband fordert zudem günstigen Grundlaststrom, um zu verhindern, dass hohe Industriepreise zum Standortnachteil werden. Mit entschlossenem politischen Handeln kann Deutschland das Wachstumspotenzial seiner Internetwirtschaft nutzen und die digitale Zukunft sichern.