Deutschland kauft für 540 Millionen Euro KI-gesteuerte Kampfdrohnen für die Bundeswehr
Felix SchneiderDeutschland kauft für 540 Millionen Euro KI-gesteuerte Kampfdrohnen für die Bundeswehr
Deutschland hat zwei große Verträge zur Lieferung modernster Kampfdrohnen mit Lauerfähigkeit an seine Streitkräfte genehmigt. Die beiden Aufträge im Wert von jeweils 268 Millionen Euro wurden mit den Start-ups Stark Defence und Helsing unterzeichnet. Dieser Schritt markiert eine deutliche Wende in der Verteidigungspolitik des Landes nach dem Russland-Ukraine-Krieg.
Die erste Charge dieser KI-gesteuerten Drohnen soll bis 2027 an die deutsche Panzerbrigade in Litauen ausgeliefert werden. Optionale Erweiterungen der Verträge könnten den Gesamtwert auf über eine Milliarde Euro steigen lassen – abhängig von künftigem Bedarf und technologischem Fortschritt.
Der Deutsche Bundestag gab am 25. Februar 2026 grünes Licht für den 540-Millionen-Euro-Haushaltsplan. Beide Verträge beinhalten strenge Berichtspflichten und Kündigungsklauseln, um den Fortschritt zu überwachen und sicherzustellen, dass die Hersteller die Qualifikationsprüfungen bestehen. Abgeordnete verlangten zudem Garantien, dass ausländische Investoren – darunter der libertäre US-Milliardär Peter Thiel – keinen operativen Einfluss auf Stark Defence ausüben.
Um die Einsatzbereitschaft zu beschleunigen, sollen Soldatenschulungen und Feldtests parallel laufen. Dieser Ansatz birgt höhere Risiken, entspricht aber dem deutschen Bestreben, die Modernisierung der Verteidigung zügig voranzutreiben. Die als "Kamikaze-Drohnen" bekannten Waffensysteme nutzen künstliche Intelligenz, um Ziele zu identifizieren, bevor sie diese mit einem Sprengkopf rammen.
Ein dritter Vorschlag von Rheinmetall für dessen FV-014-Loitering-Munition wird derzeit geprüft – mit demselben Budgetrahmen wie die beiden anderen Projekte. Während kein anderes NATO-Mitglied ähnliche Aufträge erteilt hat, präsentierte Rheinmetall sein System kürzlich einem nicht namentlich genannten potenziellen Käufer. Im Fokus steht der Ausbau der deutschen Drohnenkapazitäten angesichts der anhaltenden Spannungen in Osteuropa.
Die ersten Einheiten sollen noch in diesem Jahr an die deutschen Truppen in Litauen ausgeliefert werden. Werden sämtliche Vertragsoptionen gezogen, könnte das Gesamtinvestment eine Milliarde Euro übersteigen. Die Entscheidung unterstreicht Berlins wachsende Abhängigkeit von unbemannten Systemen, um die militärische Präsenz in der Region zu stärken.






