Bundesregierung krempelt Bauvorschriften um: Weniger Bürokratie, mehr Tempo für Wohnungsbau
Felix SchneiderBundesregierung krempelt Bauvorschriften um: Weniger Bürokratie, mehr Tempo für Wohnungsbau
Die Bundesregierung plant eine grundlegende Reform der Bauvorschriften in Deutschland, um Bürokratie abzubauen und den Wohnungs- und Gewerbebau zu beschleunigen. Die Neuerungen sehen vor, zahlreiche nicht sicherheitsrelevante Regelungen zu streichen – das soll Bauprojekte schneller und kostengünstiger machen. Zudem werden digitale Antragsverfahren für Baugenehmigungen bundesweit zum Standard.
Bisher waren 90 Prozent der DIN-Normen für Wohn- und Gewerbegebäude verbindlich. Nach der Reform bleiben laut Parlamentsunterlagen aus Nordrhein-Westfalen nur noch zehn Prozent verpflichtend. Die strengere Kontrolle beschränkt sich künftig auf essenzielle Sicherheitsanforderungen.
Mit den Änderungen entfallen Vorschriften, die keine Auswirkungen auf die Stand- oder Betriebssicherheit haben. So wird etwa die Anzahl der Steckdosen in einem Raum nicht mehr geregelt. Auch die Umnutzung von leerstehenden Büros oder Einzelhandelsflächen in Wohnraum oder andere Nutzungen wird deutlich vereinfacht.
Durch schlankere Genehmigungsverfahren und weniger Papierkram will die Regierung Verzögerungen verringern und die Kosten senken. Digitale Baugenehmigungsanträge ersetzen künftig weitgehend die bisherigen papierbasierten Prozesse – das soll die Projektlaufzeiten spürbar verkürzen.
Die Reformen treten in den kommenden Monaten in Kraft und reduzieren die Zahl der verbindlichen Vorgaben drastisch. Bauherren und Projektentwickler haben künftig mit weniger bürokratischen Hürden zu kämpfen, insbesondere bei Umnutzungen und kleineren Vorhaben. Die Umstellung auf digitale Genehmigungen dürfte den Bauboom in Deutschland zusätzlich beschleunigen.