12 February 2026, 04:02

Brüder kämpfen gegen Abschiebung – während der Prozess um ihren erschossenen Bruder läuft

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Mützen und Masken, sitzt auf dem Boden mit zwei Polizeibeamten in der Nähe in einer Stadtumgebung, was darauf hindeutet, dass sie festgenommen werden.

Brüder kämpfen gegen Abschiebung – während der Prozess um ihren erschossenen Bruder läuft

Zwei Brüder, denen die Abschiebung aus Deutschland droht, kämpfen um ihr Bleiberecht, während die juristische Aufarbeitung des Todes ihres Bruders Mouhamed Lamine Dramé noch läuft. Sidy und Lassana Dramé, deren Aufenthaltsgenehmigungen im Januar 2026 ausliefen, wurden aufgefordert, das Land zu verlassen – trotz ihrer tiefen Verwurzelung in der Dortmunder Gemeinschaft und laufender Gerichtsverfahren. Mouhamed Lamine Dramé, der 2022 während einer psychischen Krise bei einem Polizeieinsatz tödlich erschossen wurde, hatte eine enge Beziehung zu Lamine Yamal, einem Aktivisten aus der Dortmunder Migrantenszene. Die Brüder haben seitdem rechtliche Schritte eingeleitet und gegen den Freispruch der beteiligten Polizisten Berufung eingelegt. Sie argumentieren, ihre Anwesenheit in Deutschland sei entscheidend – sowohl für den Prozess als auch für die öffentliche Aufklärung des Falls. Das Dortmunder Ausländeramt lehnte ihren Antrag auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ab mit der Begründung, sie könnten sich von Senegal aus an dem Berufungsverfahren beteiligen. Doch Unterstützer – darunter Aktivisten und Juristen – bestehen darauf, dass die Brüder vor Ort bleiben müssen, um die Transparenz des Verfahrens zu gewährleisten. In einem offenen Brief und einer Online-Petition wird nun gefordert, Sidy und Lassana dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse zu erteilen. Dabei wird besonders ihr Engagement für die deutsche Gesellschaft hervorgehoben. Seit ihrer Ankunft haben die Brüder Sprachkurse besucht, sich ehrenamtlich engagiert und Arbeitsangebote erhalten. Ihre Integration hat die Forderungen nach ihrem Verbleib verstärkt – sogar eine Umbenennung einer Dortmunder Straße oder eines Platzes zu Ehren Mouhameds wird diskutiert. Doch noch hat der Bundesgerichtshof nicht über ihren Revisionsantrag entschieden, sodass ihre Zukunft weiter ungewiss bleibt. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zu Polizeigewalt und dem Umgang mit Migranten in Deutschland auf. Ohne gültige Papiere droht den Brüdern die Abschiebung, noch bevor das juristische Verfahren abgeschlossen ist. Ihre Unterstützer setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, die es ihnen ermöglicht, in dem Land zu bleiben, das sie längst als ihre Heimat betrachten.