BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie an Klesch Group für Milliarden-Deal
Moritz NeumannBP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie an Klesch Group für Milliarden-Deal
BP hat Pläne bekannt gegeben, seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group zu verkaufen. Der Abschluss des Geschäfts wird für das späte Jahr 2026 erwartet. Der Schritt erfolgt im Rahmen beschleunigter Umstrukturierungsmaßnahmen des Energiekonzerns, während die Ölpreise auf über 110 Dollar pro Barrel steigen. Analysten reagieren positiv: Die HSBC hat die Bewertung von BP angehoben und das Kursziel erhöht.
Der Verkauf des Standorts Gelsenkirchen, der erstmals Anfang 2026 bekannt wurde, betrifft rund 1.800 Mitarbeiter, die an den neuen Eigentümer übergehen werden. Die Raffinerie verarbeitet jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl. BP schätzt, dass das Geschäft die Betriebskosten um etwa eine Milliarde Dollar senken und die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden Dollar verringern wird.
Zudem hat BP sein Ziel für strukturelle Kosteneinsparungen auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben. Das Unternehmen strebt an, den freien Cashflow zu stärken und sein Portfolio zu straffen. Analysten der Barclays halten weiterhin eine "Overweight"-Einstufung aufrecht – ein Zeichen des Vertrauens in die Strategie des Konzerns.
Die Ankündigung fällt in eine Phase größerer Marktverwerfungen, darunter der Anstieg des Brent-Ölpreises auf 112 Dollar pro Barrel, ausgelöst durch Blockaden in der Straße von Hormus. Unterdessen schloss die BP-Aktie am Freitag bei 6,45 Euro – ein Plus von 27 Prozent seit Jahresbeginn. Der Konzern treibt Desinvestitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar bis 2027 voran und hat bereits Verkäufen im Wert von über 11 Milliarden Dollar getätigt.
An anderer Stelle eskalieren die Arbeitskonflikte in BPs Raffinerie in Whiting, Indiana: Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen wurden 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter ausgesperrt. Als Reaktion auf Lieferkettenengpässe erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um die Treibstoffverteilung zu erleichtern.
Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden und damit BPs finanzielle Ziele sowie die operative Effizienz unterstützen. Angesichts hoher Ölpreise und laufender Umstrukturierungen formt der Konzern sein Geschäft weiter um. Unklar bleibt, wie sich das Geschäft auf die Marktposition von BP im Vergleich zu Konkurrenten wie ExxonMobil und Shell auswirken wird.






