Bonn: Nordbrücke bekommt Lkw-Verbot wegen schwerer struktureller Schäden
Moritz NeumannVollständige Sperrung der Bonner Autobahn wird voraussichtlich am Freitagabend enden - Bonn: Nordbrücke bekommt Lkw-Verbot wegen schwerer struktureller Schäden
Die Nordbrücke in Bonn, eine wichtige Verkehrsader für täglich rund 100.000 Fahrzeuge, steht vor neuen Einschränkungen. Ab Montag gilt ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Die Entscheidung folgt jüngsten Untersuchungen, die schwere strukturelle Schäden an der Brücke aufgedeckt haben.
Die Sperrung erfolgt, während Bauarbeiter unter Hochdruck daran arbeiten, die marode Konstruktion aus den 1960er-Jahren zu verstärken – eine Zeit, in der das Verkehrsaufkommen deutlich geringer war.
Ursprünglich war die Nordbrücke für ein weitaus geringeres Fahrzeugaufkommen ausgelegt. Doch mit den Jahren haben Abnutzung und Überlastung ihre Spuren hinterlassen; Inspektionen zeigten umfangreiche Schäden. Ingenieure warnen, dass es für die alternde Brücke keine schnelle Lösung gibt.
Eine vollständige Sperrung der A565, die über die Nordbrücke führt, war kürzlich in Kraft getreten, endet jedoch bereits an diesem Freitagabend – fünf Tage früher als geplant. Die vorzeitige Freigabe ist dem beschleunigten Aufbau von Stützgerüsten zu verdanken, sodass der Verkehr schneller als erwartet wieder fließen kann.
Doch trotz dieser vorübergehenden Entlastung bleibt eine langfristige Lösung in weiter Ferne. Ein kompletter Neubau der Nordbrücke wird frühestens in den 2030er-Jahren beginnen. Wenn die Bauarbeiten schließlich 2026 starten, werden sie voraussichtlich etwa drei Jahre dauern. In dieser Zeit müssen Autofahrer auf Ausweichrouten wie die Autobahnen A555 und A61 ausweichen sowie auf lokale Umleitungen über die B9 und B56.
Bis dahin verschärfen sich die Einschränkungen. Ab Montag sind Schwerlastfahrzeuge über 7,5 Tonnen von der Brücke ausgeschlossen. Damit soll die weitere Belastung der bereits geschwächten Konstruktion verringert werden.
Die Nordbrücke bleibt vorerst in Betrieb – allerdings mit strengen Beschränkungen für den Schwerverkehr. Ihre langfristige Zukunft hängt von einem Ersatzneubau ab, der noch Jahre auf sich warten lässt. Bis dahin müssen sich Fahrer, insbesondere im Güterverkehr, auf anhaltende Einschränkungen und spätere Umleitungen einstellen.