Bochum diskutiert nachhaltige Digitalisierung mit klarem Fokus auf NRW
Moritz NeumannBochum diskutiert nachhaltige Digitalisierung mit klarem Fokus auf NRW
Zweitägige Konferenz zu nachhaltiger Digitalisierung in Bochum
Diese Woche findet in Bochum eine zweitägige Konferenz zur nachhaltigen Digitalisierung statt. Bei Bits & Bäume NRW 26 kommen Forscher:innen, Aktivist:innen und Politiker:innen zusammen, um die Herausforderungen digitaler Abhängigkeit und Souveränität zu diskutieren. Die Veranstalter:innen fordern stärkere landespolitische Maßnahmen und eine größere Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung der digitalen Zukunft Nordrhein-Westfalens.
Die Konferenz knüpft an frühere bundesweite Bits-&-Bäume-Treffen an, konzentriert sich jedoch gezielt auf regionale Lösungsansätze. Anne Mollen, Wissenschaftlerin an der Universität Münster und eine der Organisatorinnen, betonte die Notwendigkeit verbindlicher Umweltprüfungen und Transparenz bei Rechenzentrumsprojekten. Kritik gibt es insbesondere an Microsofts Hyperscale-Rechenzentren im rheinischen Braunkohlerevier, wo versiegelte Ackerflächen und unklare Energiekonzepte in der Diskussion stehen.
Studien zeigen, dass Rechenzentren im Vergleich zu den Arbeitsplatzverlusten durch das Ende des Kohleabbaus nur wenige langfristige und stabile Jobs schaffen. Zu den Forderungen der Konferenz gehören dauerhafte Finanzierung für KI-Dienste, Investitionen in Hochleistungsrechenzentren sowie eine frühzeitige Einbindung der Bürger:innen bei Digitalprojekten. Während Thüringen mit seiner TMDI-Initiative und der Smart-State-Strategie Vorreiter in Sachen digitaler Souveränität ist, fehlt dem nordrhein-westfälischen KI.NRW-Programm eine vergleichbar klare Ausrichtung.
Die Organisator:innen fordern zudem unabhängige Umweltgutachten und bessere Unterstützung für Kommunen, die mit den Folgen von Rechenzentren konfrontiert sind. Ihr Ziel ist es, nachhaltige Digitalisierung als eigenständigen Politikbereich im Land zu verankern – mit gemeinsamer Entscheidungsfindung von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik.
Die Konferenz will Nordrhein-Westfalen zu einem transparenteren und ökologischeren Umgang mit digitaler Infrastruktur bewegen. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, könnten sie als Vorbild für andere Bundesländer dienen. Die Veranstalter:innen hoffen auf einen länderübergreifenden Austausch und eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierung und Zivilgesellschaft.






