02 February 2026, 22:02

Bielefelder Apotheken kämpfen ums Überleben – Oberbürgermeisterin schaltet sich ein

Eine Apotheke namens "Die Generics Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Kabeln, Werbetafeln, Topfpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

Bielefelder Apotheken kämpfen ums Überleben – Oberbürgermeisterin schaltet sich ein

Apotheken in der Nähe von Bielefeld stehen unter wachsendem finanziellen Druck

Lokale Apotheken in der Nähe von Bielefeld kämpfen mit immer größeren finanziellen Problemen – viele von ihnen können sich kaum noch über Wasser halten. Hauke Stange, Inhaber der Adler-Apotheke und Vorsitzender der Bielefelder Bezirksgruppe im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), traf sich kürzlich mit Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, um auf die Krise aufmerksam zu machen. Steigende Kosten bei gleichzeitig stagnierenden, staatlich festgelegten Gebühren treiben viele Apotheken an den Rand des Ruins.

Seit zwei Jahrzehnten haben sich die vom Staat vorgegebenen Vergütungen für Apotheken kaum verändert – 2013 gab es lediglich eine Erhöhung um 3,1 Prozent. Gleichzeitig sind die Personal- und Betriebskosten um 65 Prozent gestiegen, was die Gewinnmargen stark schmälert. Die Lage hat sich durch den aktuellen Entwurf der Apothekenreform der Bundesregierung weiter verschärft: Statt das Problem zu lösen, werden notwendige Gebührenanpassungen auf unbestimmte Zeit verschoben.

Im Bielefelder Stadtteil Schildesche ist die Zahl der Apotheken von vier im Jahr 2012 auf heute nur noch eine gesunken. Bundesweit ist mittlerweile ein Drittel aller Apotheken von schweren finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Auch der Schutz der Festpreisregelung für Medikamente – ein System, das stabile Kosten für Verbraucher garantiert und das Solidarprinzip im Gesundheitswesen stärkt – bleibt in der Reform unberücksichtigt.

Ein weiteres Problem ist die mögliche Abschaffung der Präsenzpflicht für Apotheker, was die Qualität der Patientenversorgung gefährden könnte. Hinzu kommt die ungleiche Konkurrenz durch Online-Apotheken, die nicht denselben Service bieten. Oberbürgermeisterin Dr. Bauer, Juristin und mit der Thematik vertraut, hält es für denkbar, das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder einzuführen, falls diese Anbieter nicht mit dem Leistungsangebot lokaler Apotheken mithalten können.

Dr. Bauer hat zugesagt, sich auf Bundes- und Landesebene sowie über den Deutschen Städtetag für eine bessere Unterstützung der Apotheken einzusetzen. Zudem will sie dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Bielefelder Apotheken zu bekämpfen.

Das Treffen zwischen Stange und Dr. Bauer unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf in der Gesundheitspolitik, um die Existenz lokaler Apotheken zu sichern. Ohne Gebührenanpassungen und strengere Regularien drohen weitere Schließungen – mit gravierenden Folgen für die medizinische Grundversorgung. Die Zusagen der Oberbürgermeisterin geben den betroffenen Betrieben in der Region zumindest etwas Hoffnung.