Bergisch Gladbach setzt Bauturbo ein – drei Wohnprojekte starten durch
Moritz NeumannBergisch Gladbach setzt Bauturbo ein – drei Wohnprojekte starten durch
Bergisch Gladbach beschleunigt drei große Wohnbauprojekte im Rahmen des Bauturbo-Verfahrens
Die Stadt hat die Vorhaben nach einer Einigung der lokalen Politiker auf strenge, aber beschleunigte Kontrollmechanismen vorangetrieben. Ein Kompromiss ermöglicht es der Verwaltung nun, Projekte, die grundlegende Anforderungen nicht erfüllen, bereits vor der Vorlage im Ausschuss zu blockieren – ohne dabei die Aufsicht aus der Hand zu geben.
Der Planungsausschuss übernahm die Bauturbo-Regeln der Bundesregierung, die Genehmigungszeiten von Jahren auf Monate verkürzen. Die beschleunigten Verfahren können dabei auch von standardisierten Bebauungsplänen abweichen, selbst wenn Projekte gegen die Landesbauordnung oder die Baunutzungsverordnung verstoßen. Drei Vorhaben – das Gelände Im Bungert (eine ehemalige Postfläche), das Gebiet Lüttgen sowie ein Seniorenzentrum an der Unteren Hauptstraße – sollen nun zügig umgesetzt werden.
Trotz des Tempos verzichteten die Politiker nicht auf Einflussnahme in der Stadtplanung. Die CDU bestand darauf, dass nur kleinere Projekte mit bis zu drei Wohneinheiten eigenständig genehmigt werden dürfen, während größere Vorhaben weiterhin der Zustimmung des Ausschusses bedürfen. Während der Debatten dominierten CDU, SPD und Grüne die Diskussionen und drängten andere Fraktionen mit geringfügigen Meinungsverschiedenheiten in den Hintergrund.
Zudem billigte der Ausschuss drei Pilotprojekte, darunter das umstrittene Bauvorhaben Strundorfer Monster. Ein gemeinsamer Antrag der drei großen Parteien forderte vor Entscheidungen über denkmalgeschützte Stadthäuser einen übergeordneten Masterplan. Die Bürgerpartei enthielt sich bei der Abstimmung, während CDU, SPD, Grüne, Volt/FWG und AfD dem Plan zustimmten.
Das Bauturbo-Verfahren kommt nun bei drei zentralen Standorten zum Einsatz und soll den Wohnungsbau in Bergisch Gladbach beschleunigen. Die Verwaltung kann nicht konforme Projekte frühzeitig ablehnen, doch größere Vorhaben benötigen weiterhin die Freigabe des Ausschusses. Die Vereinbarung verbindet Tempo mit lokaler Kontrolle – und sichert den Politikern das letzte Wort.






