Bayer setzt auf Kerendia-Ausbau trotz Milliardenverlust und Roundup-Klagen
Noah MayerBayer setzt auf Kerendia-Ausbau trotz Milliardenverlust und Roundup-Klagen
Bayer hat Pläne bekannt gegeben, den Einsatz seines Medikaments Kerendia auszuweiten – gestützt auf vielversprechende Ergebnisse der Phase-III-Studien. Das Unternehmen strebt eine breitere Zulassung für das Arzneimittel an, um seinen Marktanteil zu vergrößern. Gleichzeitig kämpft der Konzern weiterhin mit finanziellen Schwierigkeiten: Für das Jahr 2025 wurde ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro ausgewiesen.
Kerendia, dessen Wirkstoff Finerenon ist, kam erstmals im Oktober 2022 in Deutschland auf den Markt. Ursprünglich war es nur für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes oder bestimmten Formen von Herzinsuffizienz zugelassen. Aktuelle Erkenntnisse aus der FIND-CKD-Studie zeigen nun, dass das Medikament auch bei Erwachsenen mit nicht-diabetischer Nierenerkrankung wirksam ist.
Bayer bereitet derzeit einen Antrag auf erweiterte Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA vor. Bei einer Genehmigung könnte sich die Zahl der behandlungsfähigen Patienten deutlich erhöhen.
Trotz der Fortschritte in der Arzneimittelentwicklung bleibt die finanzielle Lage angespannt: Neben dem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 belasten fast 30 Milliarden Euro Nettoverschuldung die Liquidität. Hohe Prozesskosten, insbesondere durch Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup, verschärfen die Situation zusätzlich. Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 über die Warnhinweise auf Roundup verhandeln; ein Urteil wird bis Mitte Juni erwartet.
Langfristig plant Bayer, in den nächsten zehn Jahren zehn bedeutende Medikamente auf den Markt zu bringen. Diese sollen das künftige Wachstum vorantreiben und die aktuellen finanziellen Herausforderungen ausgleichen.
Eine erweiterte Zulassung für Kerendia könnte den Kreis der potenziellen Patienten deutlich erweitern. Doch Bayers finanzielle Erholung hängt sowohl vom Erfolg der Arzneimittel als auch von den juristischen Entwicklungen ab. Die nächsten Schritte des Konzerns werden daher mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.






