Arnsberg kämpft mit neuer Kampagne gegen Betreuer-Mangel und fördert Vorsorgevollmachten
Felix SchneiderArnsberg kämpft mit neuer Kampagne gegen Betreuer-Mangel und fördert Vorsorgevollmachten
Arnsberg startet Kampagne gegen wachsenden Mangel an Betreuern
Ab April 2026 führt Arnsberg eine neue Initiative ein, um dem zunehmenden Fachkräftemangel im Bereich der rechtlichen Betreuung entgegenzuwirken. Das städtische Betreuungsamt will dabei sowohl Fachpersonal gewinnen als auch Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, vorsorglich mit Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten vorzusorgen. Hintergrund ist der steigende Bedarf: Aktuell werden 874 erwachsene Menschen professionell betreut, weitere 422 erhalten Unterstützung durch ehrenamtliche Betreuer.
Rechtliche Betreuer unterstützen Erwachsene, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können, und helfen ihnen, so viel Selbstständigkeit wie möglich zu bewahren. In Arnsberg sind diese Aufgaben angesichts einer alternden Bevölkerung und ausscheidender Betreuer immer wichtiger geworden – gleichzeitig sind die Ressourcen knapp. Fehlt es an qualifizierten Fachkräften, müssen oft städtische Mitarbeiter als Betreuer eingesetzt werden, was die Kommune teuer zu stehen kommt.
Die Kampagne läuft unter dem Motto "Verantwortung übernehmen. Selbstbestimmt leben. Menschlichkeit stärken" und setzt auf Plakate, Flyer und Infotafeln, um Aufklärung zu betreiben. Zudem finden in Arnsberg, Neheim und Hüsten öffentliche Informationsveranstaltungen statt. Dort erhalten Interessierte Musterdokumente sowie notarielle Beratung zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Solche Regelungen können bereits ab dem 18. Lebensjahr getroffen werden und schaffen Klarheit – sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Angehörigen.
Aktuell arbeitet das Betreuungsamt mit nur 2,5 Vollzeitstellen nach dem Betreuungsorganisationsgesetz (BtOG). Professionelle Betreuer – darunter Vertreter der Diakonie Ruhr Hellweg, des Sozialdienstes katholischer Frauen Hochsauerlandkreis und des Zentrums für Gehörlosenkultur Dortmund – kümmern sich um 874 Fälle in der Region. Ehrenamtliche betreuen weitere 422 Personen, doch das System gerät an seine Grenzen, da erfahrene Kräfte den Beruf verlassen.
Ziel der Kampagne ist es, zwei zentrale Herausforderungen zu bewältigen: den Fachkräftemangel zu verringern und die Bevölkerung zu motivieren, frühzeitig für mögliche Betreuungsbedarfe vorzusorgen. Durch mehr Aufklärung und praktische Hilfestellungen will die Stadt die Abhängigkeit von überlasteten kommunalen Mitarbeitern verringern. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass hilfsbedürftige Erwachsene zeitnah und qualifizierte Unterstützung erhalten.






