Anna Netrebko kehrt an die Berliner Staatsoper zurück – zwischen Jubel und Protesten
Felix SchneiderAnna Netrebko kehrt an die Berliner Staatsoper zurück – zwischen Jubel und Protesten
An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte diese Woche eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere. Die Aufführung stand im Zeichen der Rückkehr der Sopranistin Anna Netrebko auf die Bühne – ein Auftritt, der sowohl Beifall als auch Protest hervorrief. Vor dem Opernhaus versammelten sich Demonstranten, um gegen ihren Auftritt zu protestieren.
Die Oper, Teil des Festspielprogramms der Staatsoper, besetzte Netrebko in der Rolle der Amelia. Ihre Darstellung, unterstützt von den Musikern und Mitwirkenden, wurde vom Publikum mit großem Applaus bedacht. Doch die Vorstellung blieb nicht ohne Kontroversen.
Rund 50 Protestierende schwenkten vor dem Theater ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Kritiker bringen Netrebko mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung und verweisen auf ihre Feier zum 50. Geburtstag im Moskauer Kreml.
Die Sängerin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat bereits früher in Berlin auf. Seit 2022 hatte die Staatsoper jedoch keine neuen Produktionen mehr mit ihr in der Hauptrolle auf die Bühne gebracht. Ihre Vertreter betonen, sie habe sich öffentlich gegen den Krieg in der Ukraine ausgesprochen. Intendantin Elisabeth Sobotka ergänzte, Netrebko habe sich von Russland distanziert und sei seitdem nicht dorthin zurückgekehrt.
Trotz der Proteste fand die Premiere wie geplant statt, und Netrebko erhielt im Saal begeisterten Applaus. Die Entscheidung der Staatsoper, sie wieder in einer Neuproduktion zu besetzen, folgt auf eine Phase der Abwesenheit. Ihre künftigen Auftritte werden voraussichtlich weiterhin sowohl auf als auch abseits der Bühne für Aufmerksamkeit sorgen.






