7 Milliarden Euro mehr: Warum Deutschland dringend mehr Ingenieurinnen braucht
Moritz Neumann7 Milliarden Euro mehr: Warum Deutschland dringend mehr Ingenieurinnen braucht
Deutschland könnte durch mehr Frauen in Ingenieurs- und IT-Berufen einen deutlichen Wirtschaftsschub erhalten. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass die Ausschöpfung dieses Potenzials dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bis zu 7 Milliarden Euro hinzufügen könnte. Derzeit stellen Frauen bundesweit etwas mehr als ein Fünftel der Ingenieure.
Aktuell gibt es in Deutschland rund 217.400 Ingenieurinnen, was einem Anteil von 20,6 Prozent entspricht. Doch in Schlüsselsektoren bleibt ihr Anteil gering: Nur 9,0 Prozent der Maschinenbauingenieure und 9,5 Prozent der Elektroingenieure sind Frauen. Viele wechseln stattdessen in Forschung, Lehre oder Bildung – statt in industrielle Kernbereiche.
In den letzten zehn Jahren haben zwar mehr junge Frauen ein Studium in den Bereichen Ingenieurwesen und IT aufgenommen. Experten betonen jedoch, dass weitere Fortschritte von einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, flexibleren Arbeitsmodellen und zielgerichteten Förderprogrammen abhängen. Ebenso wichtig seien die gezielte Förderung von Frauen in Führungspositionen sowie eine höhere Sichtbarkeit in der Branche.
Laut der Studie könnte Deutschland bis 2035 bis zu 56.100 zusätzliche Ingenieurinnen gewinnen – vorausgesetzt, die richtigen Maßnahmen werden ergriffen. Dies würde nicht nur Fachkräftemangel lindern, sondern auch das Wirtschaftswachstum spürbar ankurbeln.
Der vollständige Bericht steht zum kostenlosen Download bereit, weitere Informationen gibt es unter *www.vdi.de. Würden die vorgeschlagenen Reformen umgesetzt, könnte sich die Zusammensetzung der Ingenieursbelegschaft in Deutschland grundlegend wandeln und die industrielle Basis des Landes stärken. Die Ergebnisse zeigen sowohl das ungenutzte Potenzial als auch die konkreten Schritte*, die für dessen Ausschöpfung nötig sind.






