05 February 2026, 16:06

4.800 Euro für einen Editor? GTimes Gehaltsmodell spaltet die Streaming-Szene

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer Zeichnung eines Mannes in einem schwarzen Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte auf dem Cover, betitelt "Letres Patentes du Roi", mit Wasserzeichen unten.

4.800 Euro für einen Editor? GTimes Gehaltsmodell spaltet die Streaming-Szene

In der deutschen Streaming-Community ist eine hitzige Debatte darüber entbrannt, wie viel Content-Creator ihren Editoren zahlen sollten. Im Mittelpunkt steht GTime, ein aufstrebender Twitch-Streamer, der seinem Editor ein Festgehalt von 4.800 Euro monatlich plus die Hälfte seiner YouTube-Einnahmen zahlt. Kritiker wie der Streamer gTasty halten den Betrag für überzogen, während andere die faire Bezahlung qualifizierter Arbeit verteidigen.

Ausgelöst wurde die Kontroverse, als GTime sein Bezahlmodell für Enno, seinen Editor, öffentlich machte. Enno ist unter anderem dafür zuständig, Twitch-Streams zu YouTube-Videos zu schneiden und mehrere Social-Media-Kanäle zu verwalten. GTime rechtfertigte das Bruttogehalt von 4.800 Euro monatlich mit Ennos Engagement und dem zusätzlichen Umsatzanteil – Leidenschaft und harte Arbeit verdienen seiner Meinung nach angemessene Vergütung.

Die Diskussion verbreitete sich rasant über verschiedene Plattformen, wobei einige TikTok-Nutzer, darunter auch gTasty, die Vereinbarung als übermäßig großzügig bezeichneten. GTime konterte scharf und betonte, dass Menschen nicht wie austauschbare Ressourcen behandelt werden dürften. Ennos Rolle sei entscheidend für seinen wachsenden Erfolg, besonders da seine eigene Popularität in den letzten Monaten stark gestiegen sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bezahlung von Editoren für Diskussionen sorgt. Der bekannte deutsche Creator Trymacs hatte sich früher für eine Gehaltsobergrenze für Editoren ausgesprochen – nur um sich später für seine Äußerungen zu entschuldigen. Das Thema spiegelt die Spannungen in der Branche wider, insbesondere bei der Bearbeitung von "Reaction"-Content, den manche als finanzielle Belastung für Creator ansehen. Freiberufliche Videoeditoren in Deutschland verdienen in der Regel zwischen 1.500 und 4.000 Euro monatlich, abhängig von Erfahrung und Nachfrage. Für Editoren von Streamern liegen jedoch keine verlässlichen öffentlichen Daten der letzten fünf Jahre vor.

Der Streit zeigt, wie wenig klare Standards es in der deutschen Streaming-Szene für die Bezahlung von Editoren gibt. Während die Honorare freiberuflicher Kräfte stark variieren, sticht GTimes Modell durch seine Großzügigkeit hervor. Die Debatte wird voraussichtlich anhalten, da Creator versuchen, faire Vergütung und finanzielle Nachhaltigkeit in einem sich wandelnden digitalen Umfeld in Einklang zu bringen.