13 March 2026, 00:02

19-Jähriger kämpft für mehr politischen Einfluss junger Menschen vor dem 18. Lebensjahr

Ein Blatt mit einer Zeichnung einer vielfältigen Gruppe von Menschen, einige sitzen und einige stehen, mit dem Text "Die demokratische Plattform" darüber.

19-Jähriger kämpft für mehr politischen Einfluss junger Menschen vor dem 18. Lebensjahr

Der 19-jährige Jannis Auffenberg aus Bielefeld hat bereits bei mehreren Wahlen seine Stimme abgegeben – darunter die Europawahl 2024 und die Kommunalwahlen 2025. Doch er argumentiert, dass es nicht ausreicht, jungen Menschen einfach nur das Wahlrecht zu gewähren. Sie bräuchten echten politischen Einfluss, lange bevor sie 18 werden.

Auffenberg ist überzeugt, dass das Alter keine Rolle für politisches Urteilsvermögen spielt. Sein Standpunkt: 16- und 17-Jährige sollten bei Entscheidungen mitreden dürfen, die ihre Zukunft prägen – schließlich betreffen diese sie genauso wie ältere Wähler. Diese Haltung passt zu seinem Engagement in der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), wo er sich für eine stärkere Einbindung junger Menschen in die Bundespolitik einsetzt.

Die aej setzt sich seit 2021 für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 ein. Mit Petitionen, Jugendparlamenten und öffentlichen Stellungnahmen trieb sie 2022 Volksentscheide in Brandenburg und Sachsen-Anhalt voran. 2024 warb sie im Bundestag für eine bundesweite Regelung – doch der Vorschlag liegt 2026 weiterhin auf Eis.

Für Auffenberg ist Wählen nur eine begrenzte Form der Teilhabe. Zwar räumt er ein, dass die Stimme eines jungen Menschen genauso viel zählt wie jede andere, doch oft stünden bei Wahlen nicht inhaltliche Veränderungen, sondern das politische Überleben der Kandidaten im Vordergrund. Echter Einfluss, so seine Überzeugung, erfordert mehr als ein Kreuz auf dem Stimmzettel – es braucht strukturelle Mitgestaltungsmöglichkeiten und frühzeitige politische Bildung.

Er plädiert dafür, junge Menschen in fast alle politischen und gesellschaftlichen Debatten einzubeziehen. Als zentraler Teil der Gesellschaft sollten sie Politik bereits lange vor der Volljährigkeit mitgestalten. Seine eigenen Erfahrungen in Gremienarbeit bestärken ihn darin: Jugendlichen eine Stimme zu geben, ist nicht nur gerecht – es ist überfällig.

Die Forderung nach einer Absenkung des Wahlalters in Deutschland bleibt bestehen, getragen von Aktivisten wie Auffenberg und Organisationen wie der aej. Zwar haben einige Bundesländer die Reform bereits umgesetzt, doch eine bundesweite Lösung hängt weiterhin von politischem Handeln ab. Bis dahin bleibt die Mitgestaltung ihrer Zukunft für junge Menschen durch die geltenden Gesetze eingeschränkt.

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